Dienstag, 20. August 2013

more unfinished thoughts

diesmal zu einem anderen thema - aber auch einem, dass mich schon lange und immer wieder beschäftigt... nicht erst seit meiner magisterarbeit übrigens, die sich damit auch befasst hat:
identität und ihre abhängigkeit vom männer- und frauenbild - in den köpfen der gesellschaft und  - viel entscheidender noch - im eigenen.

erstens werde ich durch meine arbeit immer wieder damit konfrontiert, wie menschen - die sich altersgemäß gerade erst finden - mit ihrer indentität als frauen und männer umgehen und wie anders das heute zu sein scheint, als zu meiner zeit. und ich leide teilweise höllenqualen, kriege wutanfälle und bin gelegentlich beinahe verzweifelt. so viele (potentiell) kluge junge frauen, so wenig selbstwertgefühl als frau, als mensch. daneben: desorientierte junge männer mit einem traditionalistischen männerbild, dem ersten keiner gerecht werden kann und das zweitens nicht ansatzweise zu einem modernen frauenbild passen will...

zweitens setze ich mich gerade sehr intensiv mit meinem eigenen zugang zum weiblichen teil meiner identität auseinander. spannend, verwirrend, erhellend. es mag verwirrend klingen, dass ich da jetzt erst mit anfange. das stimmt natürlich so nicht ganz - nur habe ich zum ersten mal in meinem leben das gefühl, das nachdenken führt nicht ins negative und ins daraus folgende wegschieben der weiblichkeit.

drittens treffe ich in meiner umgebung auf konflikte, die - meiner ansicht nach - aus inkompatibilität von geschechterrollenbildern entstehen.

ich versuche mal, meine eindrücke und gedanken zu fassen und auszudrücken - siehe titel...^^
männer:
es gibt das (selbst)bild vom traditionellen gentleman. dieser wird die frau immer in gewisser weise auf ein podest stellen, sie achten und beachten und sie mit großer höflichekit behandeln und beschützen. er hat sich entsprechende umgangsformen angeeignet, die dieses bild transportieren. solche männer sind höchst angenehm für frauen. meistens. "nur" meistens, weil es natürlich schön ist, beachtet und mit einer gewissen ehrerbietung behandelt zu werden, aber es kann auch entmündigen oder überfordern. entmündigend wirkt dieses männerbild dann, wenn es keine eigenständigkeit mehr zulässt. überforderung bewirkt es, wenn man als frau diesem bild gerecht zu werden versucht - die dazu passende dame zu sein, und das aber nicht wirklich in sich fühlt. und dann wird der gentleman zum erdrückenden, beengenden gefängniswärter. die frau sitzt in einem wunderschönen goldenen käfig - und hat keine wahl, ob sie drin bleiben möchte, um den luxus zu genießen, oder ihre flügel ausbreiten, entscheiden, risiken eingehen, leben.

es gibt das traditionelle bild von "echten" mann (der zuweilen auch gerne als macho bezeichnet wird). das ist der mit viel testosteron und wenig emotion (an der oberfläche - und aggression ist natürlich "erlaubt"...). er ist der kämpfer und der herrscher. ich habe das gefühl, mit diesem selbstbild geht ein (für mich) besonders unerfreuliches frauenbild einher: die frau ist in allererster linie dekoration: sie darf schön und klug sien - aber nicht überlegen. sie darf eine meinung ahben,a ber die kommt im zweifelsfalle an zwieter stelle. man behandele frauen gut, aber die kumpels besser. erstaunlich ist für mich,dass es männer dieses schlages gibt, die tatasächlich auf toughe fraune anspringen. und adraus entstehen dann logischerweise konflikte - die dannw eiderum kaum lösbar isnd: weil: ein "echter" mann spricht ja nicht über gefühle, er gint höchstens statements ab und stellt forderungen. und das könnte bei einer frau, die nachdenkt, selbstständig! und die sich nicht gerne als "blumenvasenmädchen" gesehen sehen will, zu gewissen schweirigkeiten führen...

wie - um des himmels willen - kann ein denkender (?) jemand heutzutage - nach einer ära der auflösung von geschlechterrollen (ein eher weniger erfolgreicher verusch - zugegenermaßen), jahrzehnten einer gleichberechtigungsbewegung (teilweise erfolgreich...) - so ein männerbild leben? und das damit einhergehende frauenbild verteidigen? - hier hört mein verständnis irgendwie auf... ich mag die diee nicht. ich komme danicht mit (und will wohl auch nicht...).

ich mag das dritte bild. es ist gewissermaßen kein reines männer- oder frauenbild: es geht davon aus, dass beide geschlechter beides in sich haben - dass es eigenschaften gibt, die wir traditionellerweise eher mit männern verbinden - höhlenzeitaltergemäß oder biologisch gesehen, oder wie man eben will - und solche, die man mit weiblichkeit assoziiert. das heißt aber eben nicht, dass man als frau nur weibliche und als mann nur männliche eigenschaften haben darf. es heißt, dass wir- je nach situation und bedarf und bedürfnis - auf unsere verschiedenen facetten zurückgreifen können und dass derjenige ganz bei sich ist, der beides hat, kennt, akzeptiert und wählt. dabei kommen dann männer mit muskeln, mut und zartgefühl heraus, und frauen mit style und rückgrad. einfühlsam-sanftmütige krieger, amazonen mit sex-appeal, frauen mit biss und weichheit. finde ich. erstrebenswert.

sieht nach viel photoshop aus, aber was soll's - ausnahmsweise (und ich mag die "kostüme"... vielleicht liegt's ja am stand der hormone^^). und außerdem gibt's ja noch herr von stuck... 


und william gibson, der in seinen romanen eins ums andere mal vorführt, wie's geht...



warum also scheint es so schwierig, auf ein festgelegtes bild zu verzichten und die lang erkämpfte möglichkeit - für beide geschlechter!  - auf alles zurückzugreifen, was es gibt, und sich auszusuchen, was man gerade haben will und brauchen kann - zu nutzen?

DAS ist der gedanke, den ich nicht zuende gedacht kriege... 

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