Donnerstag, 1. August 2013

amplitude

stimmungsschwankungen kann man so sehen... und so...

ich mag meine stimmungsschwankungen im grunde gern. sie machen mein leben interessant - nicht so sehr wegen der irritation meiner umwelt, denn die hat sich da längst halbwegs dran gewöhnt... (wie auch anders: war ja schon immer so.) vielmehr weil der ausschlag normalerweise relativ extrem ist und das macht alles intensiver, bunter, aufregender (in beide richtungen^^). der unterschied der zustände ist ein teil des reizes. und ein teil der krux. die amplitude gibt den ausschlag - zusagen....

anstrengend sind stimmungsschwankungen auch - für die umwelt ohnehin, aber die sei hier ausnahmsweise ausßen vor. es ist ein bisschen wie achterbahnfahren (ja, ich kann mitreden, ich hab das einmal gemacht - und das hat gereicht! wer innerlich achterbahn fährt, braucht's in realiter nimmer, hab ich beschlossen...). man braucht "muskeln", die stützen, sonst kippt man aus dem sitzt, oder verliert zumindest ordentlich das gleichgewicht - und das aufrichten, aufstehen, geraderichten ist noch anstrengender.

ausschlag: oben ist die luft klar, durchsichtig, atembar. alles ist ein bisschen wie fliegen, weil das energielevel so hoch ist. alles geht leicht, schnell, mühelos. wenige kämen in solchen momenten darauf, dass es eine andere seite gibt - jedenfalls wenn man nur diese seite sieht (bzw. wahrnimmt, weil man es gerne möchte). man wirkt endlos kraftvoll, unzerstörbar und sehr, sehr belastbar. ich würde sagen: ich wirke nicht nur so, ich bin es dann auch.

ausschlag: unten ist es neblig und da wohnen die schattenkatzen. ohne schatten kein licht, heißt es. schön gesagt, nicht so leicht ertragen. wie egsagt: ich mag miene stimmungsschwanlungen. ich mag auch das schattenkatzenzähmen. aber ich mag die zeitpunkte, zu denen sie kommen, nicht sonderlich. immer, wirklich immer, wenn die langersehnten (und ich ersehne sie jedes jahr aufgrund der wohlverdienten erschöpfung) sommerferien kommen. jedes jahr hoffe ich, sie bleiben in ihren höhlen und lassen mich einmal  mit freier energie in die freie zeit starten. aber sie kommen - immer! und wollen beschäftig werden.

ich mag meine schattenkatzen, meine melancholie (depression ist anders, glaubt mir). sie sind schön und dunkelgrau und geschmeidig. sie finden den weg durch die nebel. sie machen die welt grau und weich und ausgeglichen. aber sie nehmen mir auch alle kraft weg und verschieben meinen blick. wahrscheinlich tun sie das, damit ich endlich einmal aufhöre zu rennen? damit ich nicht vergesse, wie ruhe aussieht? damit ich später die sonne wieder so sehe, wie sie ist. hell, nicht nur schweißtreibend? damit ich die seite in mir nicht vergesse, die zerbrechlich ist, die getröstet werden will, die braucht und nimmt statt zu geben?
sie färben ab. sie machen mich menschenunfreundlich, unduldsam, einsamkeitwünschend. zugleich aber auch wecken sie stärker denn je den wunsch nach einer umarmung, die mich hält, bis die katzen wieder gehen, ohne verwunderung oder erschrecken, ohne fragen, ohne antworten. einfach abwartend. nach jemandem, der die traurigkeit erträgt, ohne zu vergessen, dass meine flügel nicht abgefallen sind, sondern sich nur ausruhen. eine weile.


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