nicht, dass dies ein neues gedankenfeld wäre... (vermutlich habe ich nur einfach zu viel zeit zum nachdenken)...
sich über aspekte des eigenen ichs gedanken zu machen (über die anderer ist entweder respektlos oder müßig, würde ich sagen...) ist wirklich nichts neues, aber nicht etwas, was ich ununterbrochen tue - außer ich werde dazu veranlasst, zum beispiel, weil jemand mich mit der nase draufstößt, dass da war "schief" ist, oder ich (als folge davon) dazu angehalten werde, mich mal ein bisschen positiver zu zeigen gewissen aspekten meiner persönlichkeit gegenüber.
zu befehl also.
mein verstand ist ein männlicher aspekt. jedenfalls sein schärfe und seine geschwindigkeit. sagt meine therapeutin. mein rückgrad vermutlich auch. loyalität. eine gewisse art von mut. zorn und witz. das sind die aspekte, die ich an mir mag, und zwar schon immer. selbst in krisenzeiten - pubertät und so - das waren und sind aspekete meiner selbst, mit denen ich was anfangen kann.
meine emotionalität, ein gewisses feingefühl (hoffe ich doch) und mein "helfersyndrom" gehören vermutlich zu den weiblichen aspekten. und meine traurigkeit. die ist auch weiblich, glaube ich. all diese aspekte mag ich auch an mir. aber sie sind viel schwerer zu ertragen.
warum ist das so?
meine antwort ist zur zeit: weil sie schwäche beinhalten. und schwäche finde ich schwierig. ich glaube, irgendwo in meinem kopf sagt mein verstand: "wenn du schwäche zeigst, wirst du darauf reduziert. wenn du nachgiebig bist, dann werden dich die leute überrennen. wenn du loslässt, wird man das gegen dich verwenden. wenn du die kontrolle aufgibst, dann ist das endgültig."
was ich gerade zu lernen versuche:
die stimme im kopf irrt sich. wer alle aspekte seines ichs - die männlichen und die weiblichen - wirklich akzeptiert, der kann wechseln, kann die abrufen, die er gerade braucht, die ihm gerade gut tun. die kontrolle aufzugeben ist nichts endgültiges. schwäche zu zeigen kann dazu führen, dass man genau dann gehalten wird, wenn man das braucht und möchte. menschen, die einen respektieren, tun das, egal, welcher aspekt gerade im vordergrund steht.
natürlich mögen irritierenden, schwierige oder anstrengende momente entstehen, aber sie sind nicht unbedingt schlecht.
ganz im gegenteil.
und weil es so leicht für mich ist, meine männlichen aspekte zu schätzen und ihre positiven seiten in den vordergrund zu holen (ohne die negativen nicht zu sehen), konzentriere ich mich jetzt einmal auf die weiblichen und deren daseinsberechtigung.
meine emotionalität erzeugt einsicht.
mein feingefühl erzeugt zuneigung.
mein helfenwollen erzeugt gebrauchtwerden erzeugt sinn.
meine schwäche erzeugt hilfe.
meine traurigkeit erzeugt ruhe erzeugt erkennen.
mein loslassen erzeugt lust.
den weiblichen teil meiner selbst sehen zu wollen, erzeugt eine beziehung zu mir selbst, die ich so nie wahrgenommen habe. sie fühlt sich schön an.
ich habe eben eine wirklich kluge therapeutin. :-)

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