Donnerstag, 7. März 2013

here i come - mentality

beitrag zur sexismusdebatte? ... ne - oder?

diese hier-komm-ich-mentalität gilt im allgemeinen als eher männlich, oder? ich bin grundsätzlich ja sehr für gleichberechtigung und eine gewisse aufhebung der geschlechterrollen und -muster. aber ganz ehrlich: ich finde eine weg-da!-hier-kommt-ich-attitüde grundsätzlich ziemlich grässlich - ganz regal, ob sie männlich oder weiblich besetzt ist. natürlich bin ich nicht unbedingt dafür, mädchen so zu erziehen, dass sie rücksichtsvoll und zurückhaltend durch alle lebenslagen schleichen. aber ich fände es ziemlich erstrebenswert - BEIDE geschlechter so zu erziehen, dass sie recht und links gucken, bevor sie losrauschen und alles, was nicht schnell genug wegspringt - plattwalzen.

nicht allein das erlebnis, dass eine junge frau, die mir recht nahe steht - oder ich ihr? - je nachdem, ohne nachzudenken, wie das bei den anderen beteiligten ankommen muss, versucht hat, samstag früh um 10 uhr meinen gast (dessen auto sichtbar vor meinem wohnhaus stand) - per sms zum frühstück einzuladen... nicht nachdenkend, dass das eventuell etwas seltsam bei mir ankommen muss: schlimmstenfalls nach dem motto: "uuuh, er ist gezwungen, bei nina sein -> ich muss ihn erretten!"... oder so ähnlich (was es übrigens nicht der fall war, es war nur einfach unbedacht rücksichtslos allein an sich selbst denkend: "oh, er ist in der nähe, ich will ihn sehen.")

nein, primär ist es die sich jede woche wiederholende erfahrung, dass ich, wenn anderen pferdebesitzer in der halle reiten, mein pferd da nicht mehr reiten kann, weil ich so nervös werde, dass das pferd nur noch guckt und wegspringt, wann immer es die möglichkeit sieht. der grund: ich denke, ich muss berücksichtigen, dass andere da sind, also gucke ich, wo sie sind. ich kann die anderne reiter aber nicht gut einschätzen. also werde ich erst einmal nervös und "guckig" und das überträgt sich so sehr auf das pferd, dass sie ziemlich unberechenbar wird. und das macht mir dann angst, und ich werde noch nervöser. was steckt dahinter? ich bin gewohnt, dass reiter aufeinander achten, das JEDER rücksicht nimmt, dass man deshalb nicht ununterbrochen aufpassen muss, wo die anderen sind: ALLE denken mit. nicht so der durchschnittliche turnier-freizeit-reiter: da ist die "jetzt-kommt-ich"-mentalität an der tagesordnung: "so lange ich mich an die hallenverkehrsregeln halte, können die andern gucken, wo ich herkomme und sollen aus dem weg gehen. umsicht andeuten? bremsen? ne! wieso?"
ich kann das nicht. also: gehe ich bevor ich unter die räder komme. dagegen helfen nämlich im zweifelsfalle auch 500 kilo pferd nichts.

soll ich mir nun also sozial und reitericch eine eigene "jetzt-komm-ich"-attitüde zulegen? einfach verletztend werden, wenn mich jemand kränkt? einfach drauflosreiten, egal wer noch da ist?

das leben wäre leichter.

aber: ich mag solche menschen nicht.
ich mag so ein mensch nicht sein.

ist das einfach nur unemanzipiert, feige und typisch weiblich?
oder ist es ein frage der grundüberzeugungen - solch altmodischen dingen wie respekt und rücksicht und verantwortung?

sometimes i really don't know. i just know, i don't want to be like that.

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