kürzlich erklärte mir ein junger mann - derjenige, der mir jede woche einmal erklärt, er bringe sich im juli um (vorher wollte er aber dann doch die studienfahrt mit der klasse noch mitmachen, aber ansich habe das leben keinen sinn und sei viel zu anstrengend) - ich hätte leicht reden, denn wenn man mal das erwachsenenalter erreicht habe, dann kämen ja keine schwierigen zeiten mehr, die man überstehen müsse.
wirklich: ich habe ansatzweise schallend gelacht. nicht nett, sicher nicht unbedingt psychologisch-pädagogisch wertvoll. aber immerhin ehrlich. und dann hab ich gesagt: "wie schön, wenn Sie recht hätten. aber ich fürchte, das ist eine illusion." - glücklicherweise hört er mir nicht immer so genau zu. ;-)
jedenfalls denke ich mir alle tage wieder: wann kommt die pause, in der das leben mal länger als für drei minuten (zugegebenermaßen: ich übertreibe etwas...) einfach nur leicht ist? wann bringe ich nicht eine entscheidung gut hinter mich und die nächste - oft unerwartete - lauert hinter der ecke und springt mich an?
den verhau mit der wohnungsitzsuche der letzten zwei jahre will ich gar nicht aufwärmen - muss ich auch gar nicht. es geht ja gleich weiter. nun gut: eine schule für die zukunft habe ich ja nun gefunden - guten zwei wochen adrenalinspiegel im permanent high sei dank. dazwischen noch die entscheidung, ob das pferd umzieht. letzten samstag hatte ich die letztere entscheidung dann glücklich gefällt, am mittwoch entschied der bauch die schule. und heute? neue gespräche, neue diskussionen, neue gedanken. soll der pferdeumzug nun doch ausfallen? alles keine weltuntergänge, keine dramen, nichts davon überlebenswichtig. aber energiefresser sind das trotzdem!
und was tut der überreflektierer? denkt nach und nach und nach und nach darüber nach und entscheidet sich zwischendurch für einfache, irrelevante, folgenlose dinge wie gummibärchensorten, kinofilme, dvds und strumpffarben. ich finde, das tut gut, das täuscht dem system nämlich - wenigstens für ganz, ganz kurz erfolgreich - vor, entscheiden sei ganz einfach.
ist die fähigkeit zum selbstbetrug nicht eine immens sinnvolle erfindung der evolution? ich glaube manchmal wirklich: die besten selbstbetrüger sind die längstüberleber...
das pferd bleibt, wo es ist...
AntwortenLöschenlangsam entscheiden sich die dinge... aber was mich das wieder gekostet hat - vor allem, weil die gruppe der betroffenene aus extremschweigern besteht, auch und gerade wenn es drauf ankommt. am ende hat katja sinnvollerweise gestreikt. und wer spricht dann?... dreimal darf geraten werden...^^
naja, der adrenalinspiegel war wieder für 2 tage so hoch, dass ich essen kann, was ich will... und trotzdem bin ich fast ununterbrochen im unterzucker... auch ne art von "high"...