die grundeinstellung wiederherstellen, zurückstellen, zurücksetzten, rücknahme (wovon?), auf null stellen.
bedeutet das wirklich einen neuanfang? geht das? und will man das wirklich? hieße das nicht, alles, was man ereicht hat, ebenfalls auf null zurückzustellen? so reizvoll eine solche vorstellung in zeiten des inneren kuddelmuddels und vieler halbseidener oder sich nur halbrichtig anfühlender entscheidungen sein mag: ich halte nichts davon.
viel eher stelle ich mir vor, dass es sinnvoll wäre, sich in eine art "urzustand" zu versetzen, in dem man sich vorsichtig, langsam und ohne erwartungsdruck dem eigenen inneren nähert und versucht, sich darüber klar zu werden, was einem wirklich wichtig ist, was man wirklich braucht und will. und was man wirklich fürchtet.
ich habe genau das allzu lange zeit nicht getan. ich habe allzu lange zeit auf das gehört, was andere gesagt haben, und zwar nicht nur solche menschen, die mich lange und gut kennen, sondern auf das, was "neue" menschen sagten. oder solche, mit denen ich nicht zwingend in schlechten, aber doch in allzu komplizierten beziehungen steck(t)e. familie zum beispiel. ich möchte damit nicht sagen, dass diese menschen nicht vieles gesagt haben, was richtig und wahr war, aber: es waren viel zu viele stimmen - viele davon auch widersprüchlich - in meinem kopf. da konnte ich kaum mehr meine eigenen gedanken fassen.
und endlich habe ich wieder angefangen, auf meine eigene, meine innere stimme zu hören. und ich bin so unsicher darin geworden. aber ich erinnere mich daran, wie sicher ich mir einmal darin war, dass ich die grundaussagen meiner innere stimme richtig verstehe, dass ich manchmal dinge über mich besser weiß als andere, dass es richtig ist, auf diese innere stimme zu hören.
nein, ich möchte keinen reset. ich möchte stille. und zeit. um in mich hinein zu lauschen und zu hören, was sie mir zu sagen hat: die eine wichtige, richtige, relevante, viel zu leise stimme.
und dann habe ich wieder ein ohr für andere stimmen. gerne! offen! von menschen, denen ich nicht verlernt habe zu vertrauen. und von einem innere ort aus, an dem ich mich sicherer fühle denn je. denn ich habe viel gelernt, auch über irrwege. und all das möchte ich auf keinen fall verlieren, indem ich mich "auf null" zurücksetze. für mich nicht, und auch nicht für andere. denn erfahrungen - auch die schmerzhaften - für uns und andere - sind das, was uns zu dem macht, was wir heute sind. und das ist gut.
NO, I DON'T!

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen