Montag, 16. September 2013
masculinity
frauen - männer - männer - frauen.
rollenbilder.
immer und immer wieder.
warum nur tun wir uns so schwer, rollenbilder in den eigenen und in den köpfen der anderen zu durchbrechen - oder doch wenigstens zu ignorieren?
weil sie uns eingeimpft werden von anfang an.
weil sie brauchen, um zu lernen, wer wir sind, und wer wir nicht sind.
weil es dann aber so schwer wird, sich wieder von ihnen zu trennen.
und was tun, wenn man nicht "ins bild" passt und auch nicht passen will?
sich als frau zu definieren, finde ich persönlich ja schon ziemlichschwierig. aber ich finde, ich bin in den letzten monaten ein stück weiter gekommen: ich habe sehen gelernt, dass man "klassische männliche" eigenschaften haben und behalten kann, ohne dass man dafür die "klassisch weiblichen" wegschieben, unterdrücken oder sich selbst gegenüber leugnen muss. das fühlt sich ganz an. heil.
(anmerkung: mit "klassisch" meine ich nicht, dass diese eigenschaften nur oder vor allem männern bzw. frauen zugeordnet werden müssen oder sollen, sondern dass man sie eben "typischerweise" so sieht. alle menschen haben aber von all diesen eigenschaften etwas - nur bewegen uns unterschiedliche gründe wie charakter, erziehung, kultur, die einen oder anderen mehr zuzulassen oder zu zeigen.)
stärke und verstandesschärfe sind "klassisch männlich". daran zeigt sich schon, dass es ja absurd wäre zu sagen, frauen hätten beides nur selten - aber: und da liegt der "hund begraben": sie haben tatsächlich schwierigkeiten, wenn man(n) es zu sehr merkt. warum nun, frage ich mich, kommen viele menschen - und leider eben gerade auch männer (aber nicht nur die!) - so schlecht damit zurecht, wenn eine frau stark ist und verstandesschärfe besitzt?
es kann kaum daran liegen, dass die männer alle traditionell, altbacken oder gar dumm sind. ich kenne nämlich - und ich habe mir diese aussage sehr gut überlegt! - genau einen mann, der meiner ansicht nach tatsächlich in keinerlei ego-schwierigkeiten gerät in der nähe starker frauen...
warum also ist das so?
weil wir - die gesellschaft und damit auch die frauen - "unsere" männer dahin erziehen, dass sie nicht nur stark sein müssen, um männer zu sein, sondern STÄRKER.
die folge ist - so sehe ich es: dass selbst die wirklich klugen und starken und "modernen" männer, die keineswegs schwierigkeiten damit haben, "klassisch weibliche" eigenschaften zu haben und zu zeigen, an dieser stelle - heimlichstillundleise und in den alremeisten fällen wohl völlig unbewusst - die flucht ergreifen, wenn sie eine frau vor sich haben, die ihnen tatsächlich gewachsen ist, die ihnen auf augenhöhe begegnet. damit meine ich keineswegs, dass solch eine frau immer stark oder gar stärker ist als solch ein mann. keineswegs. aber sie kann eben auch stark sein, auch einmal stärker, wenn es nötig ist. das fasziniert kluge männer - erfahrungsgemäß. und: es erschreckt sie.
sie fühlen sich zugleich angezogen und abgeschreckt. und ich glaube, sie merken letzteres nicht. nur irgendwann ist so eine frau dann immer "die beste freundin", nie aber die "frau an ihrer seite".
(oder aber solche männer haben starke frauen, aber dafür müssen sie sich dann an anderer stelle als der beziehung kaputt machen, um stärker zu sein. im endeffekt...)
nachtrag: stärke heißt meiner ansicht nach übrigens nicht, dass alles immer leicht geht. es heißt, dass man durch- und aushält...
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