moody klingt so harmlos, launisch irgendwie auch. launische menschen sind ein bisschen lästig, ein bisschen anstrengend, weil ein bisschen unberechenbar. aber alles auf so einem nervig-niveau. nichts, was an die substanz ginge.
so fühlt es sich aber von der anderen seite her nicht an: harmlos.
launische menschen fahren ununterbrochen achterbahn. buchstäblich tag und nacht. sie müssen, um die gleise nicht dauernd zu verlassen - die gleise der sozialverträglichkeit, des klaren denkens, des funktionierens in beruf und beziehungen aller art - ununterbrochen um ein genügendes maß an balance ringen. für die umgebung kommt idealerweise ein halbwegsaus geglichener mensch dabei raus, der nur ab und zu emotional mal nach oben oder unten ausschlägt und dabei etwas nervt. für den launischen menschen selber ist das ganze mehr oder weniger schwindellerregend, auf jeden fall aber immens kräftezehrend. ist dieser mensch dann auch noch weiblich, darf sie sich alle 4 bis 8 wochen mit mehr oder weniger gemeinen hinterhalten hormoneller art herumärgern, die die launenkurve noch stärker in die eine und die andere reichtung auschlagen lassen. das ist, wenn die schrauben am gerüst der achterbahnen zu ächzen anfangen... ab und zu löst sich mal eine... (und fliegt vorzugsweise unbeteiligten passanten an den kopf... mit entsprechend schmerzhaften folgen...)
ich weiß genau, wovon ich rede. ich bin schließlich beides. und beides vermutlich in ziemlich ausgeprägter weise. alles immer etwas extremer...
launenhaftigkeit liegt eine zeimlich hohe emotionale intensität zu grunde. ich mag die. aber manchmal - immer dann, wenn ich blog-einträge über balance oder launen schreibe - ist mir ein bisschen flau im magen vom auf und ab. dann sind die baterien auf 20% und ich finde die ladestation nicht sofort.
dumm daran ist: die achterbahn wird dadurch weder langsamer noch harmloser. sie wird nur wackliger. die schrauben rosten heimlich ein bisschen. was noch deutlicher wird als sonst, sind die auswirkungen für andere. inklusive rückkopplungseffekt.
dann wäre ich gerne ZEN. für ein paar stunden in der mitte.
stattdessen werde ich abwechslungsweise von der sonne geblendet und finde mich im dunkeln schlecht zurecht. dann versuche ich, die schattige nebelregion zu erreichen, die ich melacholie nenne: meine ZEN-zone, meine ladestation. meine zuflucht. manchmal.
die schwierigkeit mit und für launische menschen ist es, dass sie viele andere faszinieren. sie ziehen menschen an, weil sie ein bisschen anders, ein bisschen neben dem gleis, ein bisschen überraschender, ein bisschen bunter sind als viele andere. aber kommt man ihnen nahe, stellt man fest: das muss man erst einmal ertragen - dieses feuer. es verbrennt beide seiten.
and that is why so many people come, look and leave again.
was tun?
kontrolle? - praktiziert mit teilweise sehr, sehr ungewollten folgen. in diesem extremen maße: gestrichen.
meditieren üben... auf der suche nach der inneren balance? - probiert und für sinnlos und langweilig befunden. gestrichen.
darunter leiden? - done that, still do it sometimes. aber seine grundlegendsten eigenschaften abzulehnen, bedeutet, sich selbst die wurzeln abzuschneiden. das tut auf die dauer nicht gut. angefangen, das zu streichen.
leben. - trying that, have... for...ever! wasser in großen mengen schreckt mich. feuer macht mir angst, aber es zieht mich auch an - und zwar ausgesprochen unwiderstehlich. leben heißt durchs feuer gehen - für mich. immer wieder. war als kind so - ist so - soll so blieben, auch wenn's manchmal wehtut. und weil ich gerade in einer veränder-phase stehe und nicht absehen kann, wann die weniger intensiv wird... nutze ich sie und ändere an all den stellen, an denen das gefühl sagt: tu es!
1. beruf: schule gewechselt.
2. menschen: fallen lassen geübt.
3. wohnen: über den zukünftige wohnort entschieden.
was steht an:
zu 1. eingewöhnen, aber anders als beim letzten mal. mehr ich, weniger brav. weniger kuscheln für andere, mehr rattenfänger.
zu 2. aufstehen, weiterlaufen. auch durch flammenwände. und irgendwann mit dem pferd! (aber nicht durch die TÜR)
zu 3. neue wohnung suchen. fürs pferd und für mich.
zuerst: ein bisschen melancholie zum auftanken. dann: wieder rauf auf die achterbahn. und los!
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