Montag, 25. Februar 2013

ennui

ich sitze vor meinem sofa auf dem fußboden auf dem weißen langhaarigen teppich und starre auf das bücherregal gegenüber. eigentlich schaue ich fern: eine serie, die eigentlich schön ist. aber ich identifiziere mich mit einer der hauptfiguren; ich mag aber weder deren leben noch sie besonders. das deprimiert mich. ich starre also auf das bücherregal und sortiere im geist bücher aus. plane einen bücherflomarkt - wo, weiß ich noch nicht - und überlege, was alles weg muss.

ich langweile mich - mal wieder.
ich müsste arbeiten. noten geben, mag nicht. (notengeben gehört zu den weniger erfreulichen seiten meines berufs. aber konferenzen sind schlimmer. viel!)

ich habe den schreibtisch ins wohnzimmer gestellt. mein leben ist mehr arbeiten als wohnen. nicht, weil das so sein müsste. ich habe genug freizeit. aber wenn ich zuhause bin, ist mir langweilig. und dann ende ich irgendwann eigentlich immer am schreibtisch. arbeite. oder schmeiße meine zeit (und sehkraft) zum internet hinaus. pseudogesellschaft.

ärgern gegen langeweile? ungesund. habe heute beschlossen - ja, wirklich und definitiv beschlossen - damit aufzuhören. wer ist es denn eigentlich wirklich wert, sich über ihn aufzuregen? dazu müsste ich eine menge menschen sehr viel ernster nehmen, als ich es im grunde tue. ich frage mich, ob mich das auch deprimieren sollte.

ohnehin: der "kindergarten" um mich herum ist weiterhin fragwürdig. (ich verkneife es mir, hier die beispiele von heute anzuführen...) aber da ich ihn nicht beseitigen kann... was tun? selber vieles einfach anders machen. noch so ein beschluss.

der mond ist inzwischen nicht mehr rot-gelb. aber voll ist er immer noch, schön schaut er durchs wohnzimmerfenster herein und guckt mir beim schreiben zu.

aufräumen gegen langeweile: ist der plan. jeden tag die kiste mit der flomarktware im geiste füllen, blätter sortieren in kleinen schritten, wegschmeißen,was nicht schnell genug wegrennt oder vom nutzen überzeugt, den stapel liegen gebliebener arbeiten und pflichten abtragen; schäufelchenweise.

bytheway: was ist eigentlich langeweile? - ich glaube, was ich als langeweile bezeichne, ist irgendwas anderes... naja, es fühlt sich für mich halt an wie langeweile.

anyway: i plan to embrace change of any kind.
nehme weniger leute ernst (und mache mir derweil gedanken, ob das wirklich eine gute idee ist...) und ärgere mich ein bisschen weniger. 

und stelle eine sammelbüchse auf: für den umzugsdienst, den ich brauchen werde, weil alle meine umzugshelfer den nächsten umzug verständlicherweise verweigern werden.

2 Kommentare:

  1. Wohnst Du noch, oder arbeitest Du schon... So hat sich das Ikea wohl nicht gedacht. Wie auch immer, zu Langeweile habe ich neulich erst gelesen, dass es ganz wichtig für uns Zivilisationsmenschen wäre, mal wieder Langeweile zuzulassen, weil man dann erst kreativ werden kann (oder sich eben entscheiden, das nicht zu tun und sich statt dessen einfach mal zu erholen). Aber ich kann's schon nachvollziehen - diese nervige Art von Langeweile, die man hat, wenn man furchtbar beschäftigt ist, plagt mich auch häufig (wenn ich zum 7-Millionsten-Mal dasselbe Kinderbuch vorlesen muss z.B....). :)

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  2. ja, gesunde langeweile wäre sicher gut - denn die würde ja andeuten, dass man man rastet und zeit hat, sich darüber gadanken zu machen, was man tun könnte, weil noch nicht die nächste verpflichtung sozialer oder sonstiger art wartet. die andere langeweile... pfui... und oje, ja die endlosen pixibücher... lassen sich in meinem dasein allerhöchstens und auch nur sehr unzureichend mit 5-klass-aufsätzen vergleichen. aber die muss ich wiederum ja höchstens 2x lesen...^^- also: du gewinnst, liebe tanja! :-) - deine langeweile ist die üblere! ;-)

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