
ich bin mal gespannt, wann sich das thema freundschaft in meinem leben entweder in luft auflöst oder aber zum "kein problem"rückentwickelt. waren das noch zeiten, als es nichts gab, dass gegen meine idee von freundschaft ankam - jedenfalls nicht in meinem universum...
aber genau dieses universum hat harte zeiten hinter sich:
1. grundwerte gerieten ins wanken - und wackeln noch immer.
2. grundkonzepte gingen nicht auf - aus den unterschiedlichsten gründen.
und weil es sich in einem wankenden-schwankenden universum nicht so gut lebt - im grunde ist einem dauernd schlecht - so ne art "seekrankheit der seele" (eine meiner lieblingsmetaphern - geklaut, by the way^^) - arbeite ich an meinen standpunkten. (angeblich genügen ja drei, um eine ebene stabil zu halten - mal sehen, ob das auch als metapher funktioniert...)
1. standpunkt: grundwerte
meine lieblingswerte sind respekt und achtsamkeit. im grunde sind beide eins. ich finde, man sollte mit allem und jedem - unabhängg von zuneigung oder gegenleistung - achtsam umgehen. ich gebe mir alle mühe, das zu tun. (vielleicht bin ich nicht immer erfolgreich, aber...) aber ich habe in den letzten vier jahren jemanden dabei vergessen - mich selbst. das klingt - zumindestens in meinen ohren - sehr egozentrisch (und entsprechend schief...), aber ich fürchte, ich habe allzu vielen leuten erlaubt, sehr unachtsam mit mir umzugehen, und da ich weder auf schuldzuweisungen erpicht bin, noch solche für irgendwie sinnvoll oder hilfreich halte, suche ich lbeer ursachen. und die liegen - wie so oft - bei mir selbst. in meinem bemühen, ja nicht unbequem für irgend jemanden zu sein, habe ich aufgehört, mich zu wehren. man könnte das auch unachtsamkeit und einen mangel an respekt mir selbst gegenüber nennen.
fazit: damit muss schluss sein: wirklich werte gelten entweder für alle, oder für keinen.
projekt: unbequem sein lernen - mit maß und ohne übertrieben schlechtes gewissen.
2. standpunkt: konzepte
mein lieblingskonzept ist loyalität. (dann kommen solch altmodische ideen wie würde und ehre.) wie oft habe ich schon sagen höre: "loyalität, das kannst du nicht erwarten. echte loyalität gibt es nicht." warum nicht? weil sich jeder selbst der nächste zu sein hat in unserer gesellschaft? weil man niemandem immer recht geben kann? weil es albern ist, so etwas zu erwarten? unrealistisch?
mag alles wahr sein. aber ich finde (und glaube fest), dass es ohne ideale gar nichts gibt. keine wege, nirgendwohin. loyalität heißt nicht, niemals an sich selbst zu denken oder einem freund niemals zu widerprechen. loyalität heißt in meinem universum, dass man niemandem in den rücken fällt, den man als freund bezeichnet, dass man im gegenteil einander stets den rücken stärkt. dass man möglichst ehrlich ist, ohne einander unnötig zu verletzen. dass man achtsam und respektvoll miteinander umgeht. für mich ist loyalität, auch dann zu jemandem zu stehen, wenn er unrecht hat. dazu muss ich ihm nicht einmal recht geben. kritik ist nicht nur erlaubt, es ist gefordert. aber aich bequemerweise von ihm abzuwenden, das geht irgendwie nicht. ist das verständlich?
fazit: sich die eigenen leitbilder auch dann nicht ausreden zu lassen, wenn kein anderer daran glaubt. (ganz ohne fanatismus und missonarstum... einfach nur für mich und mein universum.)
projekt: egal, ob es unrealistisch oder albern ist: weiter nach loyalität suchen - und sie auch ein bisschen herbei wünschen, auch in dieser welt. selbst, wenn sie nicht finden sein sollte, die suche lenkt den blick. und das ist gut.
3. standpunkt: träumen
"leben heißt für mich, mehr träume in meiner seele zu haben, als die realität zerstören kann." aber zu träumen verlangt wohl auch mut, inneren, emotionalen mut. das wagnis einzugehen, verletzbar zu sein, zu scheitern, auf die nase zu fallen, und immer und immer wieder aufzustehen, weiter zu glauben, zu hoffen, zu wünschen, zu träumen.
fazit: ohne den mut, gefühle zu haben, kann man vielleicht eine zeitlang existieren, aber leben kann man so nicht.
projekt: den alten legendären ( ;-) ) emotionalen wagemut wieder ausgraben und reanimieren. ja, aus fehlern soll man lernen, aber nicht, es nicht wieder zu tun.
so, und jetzt zum eigentlichen thema^^:
wenn andere meine freundschaft an die wand fahren, weil sie so sehr mit sich selbst beschäftigt sind, und damit , ihre eigenen probleme auf keinen fall sehen zu wollen, dann dürfen sie das tun. aber ich habe keinerlei lust mehr, die fußmatte für egozentriker zu spielen. vier jahre reichen da vollkommen aus. ich nehme es nicht übel, wenn man sich um sich selbst kümmert, nein, ich finde sogar, dass es nötig ist und sinnvoll, aber wenn das kümmern in scheuklappen- und schlagringmentalität gegenüber jenen ausartet, die einem zur seite stehen wollen, dann geht das einfach zu weit. ich kann schon ganz gut ab und zu den "punching ball" abgeben, wenn das nötig ist, um weiter zu kommen. manchmal braucht man das, damit man weiter sieht, weiter kommt. das auszuhalten, dazu sind freunde da, finde ich. aber als ablenkung und blendhilfe? nein.
all jenen, die meine scheuklappen- und schlagringphasen ertragen haben, danke ich!
all jenen, die in solch eine phase geraten, steh ich gerne bei - aber nur dann, wenn sie bereit sind, sich weiterzuentwicklen.
fazit: mein umzug findet dann statt, wenn ich es für machbar halte. kompromisse: ja, wegducken und klein begeben: nein, nicht mehr. entgegenkommen und freundlichkeit in möglichst allen lebenslagen: ja, wegducken und klein beigeben: nein, nicht mehr.
projekt: irgendwann den mut finden, so unbequem zu sein, wie es irgendwie nicht anders geht. scheinbar bin ich nicht sehr gut darin, gemütlich zu sein, so sehr ich mich auch bemühe. jedenfalls haben meine beziehungen aller art, ob freundschaft oder liebe, seltsamerweise damals, als ich noch deutlich unbequemer war, viel besser funktioniert. tja. was sagt das wohl aus?...
und als nächstes äußere ich mich dann zu den schönen seiten des urlaubs...

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