Montag, 10. September 2012

The Azores


in berlin hat mich ein schüler so sehr mit dem StreetArt-virus infiziert, dass ich jetzt überall ausschau halte...  und lissabon ist eine "fundgrube". - und wirklich: wenn der blick so gelenkt ist, dann ist "clean - extremely - boring"!

die ferien auf den azoren war es nicht. geprägt von so unbeschreiblichen farben, dass eine beschreibung kaum möglich ist - von gar nichts... weder die steine, noch das wasser, geschweige denn die vegetation lassen sich wirklich in worte umsetzen...
das vulkangestein bringt nicht nur delikate kartoffeln hervor, und (angeblich^^) guten wein - gesüßt von der hitze, die der schwarze stein speichert - nein, jede pflanze hat ein anderes grün. dschungel! der wind drückt die bäume in den boden und wohin man blickt, seltsamste miniatururwälder...

 

der vulkankegel auf pico - die pico (die insulaner sehen den berg weiblich^^) - ist ungefähr 2000 meter hoch - zu fuß haben wir vielleicht 300 oder 400 höhenmeter erklettert... mit viiielen pausen (keuch - an der fitness muss gearbeitet werden...) - aber immerhin haben wir lustig (typisch pico-eske schwarzsteinig geschichtete) mauern überklettert, sind in unübersichtliche kuhweiden eingedrungen (immer mit dem fluchtweg im hinterkopf, es hätt' ja ein stier daherkommen und uns aufspießen wollen können - ja, die halten gemischte herden halbwild/frei auf den bergweiden... da könnt' sowas schon vorkommen...).


auf dem obigen bild sieht man mich auf einer typsichen mauer, neben einem typischen viehzaun, bei einer typischen erholungspause... danach hab ich immerhin ein vierblättriges kleeblatt gefunden! :-) ausruhen lohnt halt doch.

und einen hübschen verehrer hab ich auch gefunden auf dieser ersten wanderung!


ich finde, auf diesem bild sieht er so verträumt aus... und am ende hat er mir jammervoll hinterher gerufen... aber mitnehmen konnt' ich ihn ja nicht. (abgesehen davon, dass ich das geschrei von eselshengsten vor allem dann süß finde, wenn ich davon laufen kann^^ - immerhin hab ich das seit 'nem jahr jeden tag zur genüge hier "daheim"...)

und dann waren da noch die "Aua-Aua-Vögel"... (im dunkeln waren die unphotographierbar... seltsamerweise^^ - aber: click on the name and listen!) die haben uns auf pico jeden abend in der dunkelheit ein konzert geliefert - vielstimmig! sie kamen gegen 10 uhr vom meer her und riefen nach ihren nistenden partnern, um ihre nester zu orten (die irgenwo in den weinfeldern, mauern und felsen gewesen sein müssen). sie haben alle unterschiedliche stimmen. man kann sie nach ein paar abenden wiedererkennen. und ihre rufe hören sich - wie man sich denken kann - in verschiedenen tonlagen und heiserkeitsgraden an wie eine mischung aus gequetschter gummiente, verkatertem bluessänger und sirene... aua! aua!... eben. :-)

wenn man die gewundenen straßen der inseln entlang fährt - ob mit dem roller oder im auto - immer wieder sieht man sehr nahe am straßenrand vieh... vor allem kühe, manchmal das eine oder andere pferd, zum beispiel unmittelbar hinter der autobahnleitplanke... da trifft man dann schon einmal einen ausgewachsenen stier (länge: 2m, höhe - ähnlich^^) - angebunden an einer wäscheleine um die hörner, zaun: keiner... puh.
im hochland von pico fährt man dann immer wieder über weidegitterbrücken - man befindet sich also immer auf einer kuhweide. das sieht dann beispielsweise so aus:


das wird sich dann schon einmal extra in szene gestellt, damit der brave tourist ein malerisches bildchen machen kann. :-) danke, kuh(lein)!

exkurs:
in lissabon haben das dann sogar die (offensichtlich sehr touristenfreundlich-wohlerzogegen) tauben gemacht:

 

horta, der haupthafen faials, der zweiten insel, auf der wir station gemacht haben, ist ein letzter anlegepunkt für viele leute, die weltumseglungen oder sonstige längere selgeltouren über den atlantik unternehmen - schließlich sind die azoren da letzte staion vor dem weiten ozean... und da malen dann diese segler auf den boden und die mauern des hafens - und zwar wirklich auf alle steine, die sie erreichen können - bilder. den namen des schiffes, die der crewmitglieder, daten, sprüche, wünsche... all sowas. das soll glück für die atlantiküberquerung bringen. (nicht jeder kann vierblättrige kleeblätter ausrupfen!^^) man kann stundenlang herumlaufen und bilder anschauen - nebeneinander, übereinander, neue, alte, frisch-bunte, verblasste. schön!


 aber ich glaube, mein lieblingshafen war doch dieser hier:

 

 
das ist der hafen von santo amaro, unserem ersten aufenthaltsort auf pico. der hafen ist ein kleiner fischereihafen. auch hier sind die kaimauern mit großen bildern bemalt. was für eine bedeutung die haben, weiß ich aber nicht. hinter einem boot, das da aufgebockt war, versteckte sich sogar ein ein ziemlich eindrucksvoller (gemalter - andere haben wir nicht angetroffen, die waren alle hinter den chinesischen trawlern her...^^) hai. :-)
ich habe das bild am letzten tag gemacht, es hat genieselt, die wolken hingen so tief in den hängen, wie nie. die stimmung war besonders. melancholisch irgendwie. :-)



 

die vereinigung der schwarzen steine mit dem wilden, kristallkleren wasser des atlantik ist ebenso unbeschreiblich wie die hundert blaus des himmels und des wasser im sonnenlicht oder die tausend grüns der pflanzen auf diesen inseln.

man könnte stundenlang auf einem dieser großen steine sitzen, den wellen dabei zuschauen, wie sie sich an den felsen brechen, ihnen zuhören, wie sie sich aufbäumen, schäumen, dann zurückziehen, nur um mit neuem anlauf gegen die felsen anzurennen. und wenn man dann über die felsen läuft-klettert-turnt, dann sieht man, welche kraft das wasser hat, wie es alles irgendwann abschleift zu weichen, runden handschmeichlern - für unsere kleinen menschenhände oder für die von riesen. 

die schwarzen felsen haben es mir sehr angetan. ich denke, sie werden mich auch irgendwann wieder auf diese "oasen im ozean" zurückbringen.

und vielleicht schwimme ich dann sogar auch mit den delphinen. :-) das haben diesmal nur die anderen gemacht (bessser. veruscht! delphine finden menschen wohl nicht so spannend: langsame fische ohne ordentliche bugwelle...^^) - ich habe derweil die kamera (das fremd!-iphone...) gehalten. (vielleicht gelingt es mir ja, das filmchen, sobald es fertig ist -was nicht von mir abhängt- hier einzustellen.) viele, hübsche, freche delphine (common dophin) in allen altersstufen und größen haben uns in unserem schlauchboot übers meer gelockt. 
nach solch einer reise begreift man umso mehr, warum wir das gefühl haben, delphine seien mindestens so intelligent wie wir... wenn nicht noch viel schlauer. sie scheinen denselben humor zu haben wie wir  oder wenigstens einen, den wir verstehen. im endeffekt jedenfalls haben sie erreicht, was sie wollten - wenig schwimmer, mehr bugwellen. :-) und dann waren da noch die fünftpottwale... (aber da war der speicherplatz dann alle... ich kann also nicht beweisen, dass wir mehr wale gesehene haben, als alle (dazu befragten) whale-watcher zusammen...^^)

so, und damit der eintrag nicht allzu sentimal (siehe fels und wasser...) gerät und auch nicht auf einer solchen note endet - noch ein "fundstück" aus lissabon...


please, do so! it might tell you something about yourself!^^

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