Montag, 28. November 2011

"brideshead revisited"

 
"I'm homeless, childless, middle-aged and loveless." (Charles Ryder)

ja, das ist ein recht deprimierender satz, mit dem ich mich - ebenso deprimierenderweise - ziemlich gut identifizieren kann... aber das ist - obwohl es die hauptfigur in einem  gewissen buch/einer fernsehserie recht genau charkterisiert - zu anfang und ende der geschichte - das ist aber nicht der grund, warum mich diese geschichte auf besondere weise zu berühren scheint, so sehr, dass sie mich für 13 stunden von vielem abgehalten hat (auch von dingen, die nötigerweise hätten erledigt werden sollen, sondern auch vom versinken in den herbstnebeln). was mich berührt, ist die unbeschreibliche intensität der darstellung von figuren in ihren beziehungen zuneinander - alle, wirklich alle sind von anfang an so sichtbar und so ausweglos zum scheitern verurteilt. und wiederum ist es nicht diese deprimierende tatsache, die fesselt. es ist die melancholie, die über allem liegt, die daraus entsteht. die aber verbunden ist mit bildgewalt und emotionaler nähe zu den figuren - selbst jenen, die kaum nahbar erscheinen. es sind szenen von solcher schönheit und zarter wucht, acss sie mir nicht aus dem kopf gehen wollen - und das wiederum sind nciht die traurigen bilder, es sind jene momente, in denen die personen für augenblicke zu vergessen scheinen, dass sie nicht glücklich sind und es nicht sein können. niemals wirklich. niemals für länger als eben diese augenblicke.

das ist natürlich keine sonderlich nützliche beschreibung einer empfehlenswerten buch/film-lektüre. aber im zeitalter der information ist ja entsprechend sachliches leicht zu bekommen. ich spare mir hier also eine inhaltsangabe, auch eine interpretaion verkneife ich mir.

wer zeit und geduld, muße und interesse hat, der möge nachlesen, nachsehen, nach...
 
'brideshead revisited', ein 13-stündiger spielfilm von 1981, in sieben teilen, nach einem roman von evelyn waugh. in der (perspektivischen) hauptrolle: jeremy irons.

danke - liebe freundin - für dieses geburtstagsgeschenk und die erinnerung daran, dass ich die literatur aus dieser zeit stets mit großer faszination gelesen und auf seltsam erschrockene weise geliebt habe.

2 Kommentare:

  1. Ich beginne immer mehr zu glauben, dass, sollte das Leben tatsächlich einen Sinn haben, er in genau diesen Momenten liegt: Momente, die eine solche Intensität haben, dass sie uns Vergangenheit und Zukunft vergessen und uns völlig im Hier und Jetzt aufgehen lassen. Eigentlich bin ich nicht religiös, aber ich glaube, dass die Seele in solchen Augenblicken ein Stück Unsterblichkeit kostet.
    Und bevor ich jetzt noch mehr Kitsch schreibe, frage ich mal ganz profan: Würdest Du mir den Pilotfilm mal ausleihen? ;)

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  2. ich leih dir das ganze. und ich finde es gar nicht so kitschig, was du schreibst. ich selbst bin ja davon überzeugt, dass der sinn des lebens darin liegt, die seele mit erfahrungen zu "versorgen" - und solche momente wären dann eben genau diese erfahrungen. denke ich. :-)

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