immer wieder ein nettes thema! oder?
zugeben: ich habe eine menge übung in indirekter kommunikation - um nicht zu sagen... - oder doch: meisterklasse.
bei mir daheim - sprich, in der familie - wurde und wird immer noch in erster linie indirekt kommuniziert: wenn man jahrelang nichts anderes gemacht hat,dann funktioniert das - leider, aber offensichtlich - besser als jede art direkter kommunikation. (diese hat in meinem falle nämlich zumeist einen verbalen tiefschlag vom gegenüber und anschließendes ignorieren der aussage zur folge - was nicht wirklich viel mit kommunikation zu tun hat. würde ich mal sagen.)
ich finde indirekte kommunikation aber blöd. es schwingen eh schon dauernd untertöne mit, von denen man nichts weiß, dass sie mitschwingen, wenn man kommuniziert. da muss man das nicht auch noch kultivieren, indem man absichtlich nicht das sagt, was man sagen will.
das problem an meiner erkenntnis ist folgendes: es gibt situationen, in denen erwartet wird, dass man indirekt kommuniziert. in beziehungen zum beispiel.
das funktioniert dann auf verblüffend zuverlässige weise. man tut kund, man kommuniziere nicht gerne und schon gar nicht absichtlich indirekt.
dann sagt man - testweise - einen satz, der üblicherweise als indirekte kommunikation aufgefasst wird.
der gegenüber wundert sich, denn man hatte ja behauptet, man kommuniziere nicht (absichtlich) auf dieser ebene.
und reagiert dann: auf die - (trotzdem) automatisch angenommene - indirekte botschaft.
was lernen wir daraus?
indirekte kommunikation ist das grundmuster der menschlichen interaktion. offenbar sind wir darauf angewisen, auf einer unbewussten oder halbbewussten ebene zu verstehen, da die meisten leute auf ebendiese weise senden. ich nehme mich da keineswegs aus - ich denke nur ziemlich ausführlich über solche sachen nach - und ärgere mich dann: auch und vornehmlich über mich selbst.
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