Mittwoch, 15. April 2015

thoughts on mindfulness

zu deutsch: achtsamkeit. ausgehend von der frage: wenn es ein hoher wert ist, anderen mit achtsamkeit und respekt zu begegnen, warum dann nicht auch sich selbst?

achtsamkeit im sinne geistiger fokussierung und konzentration auf das, was gerade jetzt geschieht also. (nicht im sinne der flächendeckenden beachtung des umfeldes, des geschehens, ungeäußerter äußerungen, und so weiter...)
achtsamkeit, wie sie die fernöstliche meditation lehrt, die grundlage ist für erfolgreiche tätigkeit genauso wie für erkenntnis.

vermutlich steckt dahinter so etwas wie: wirkliche erkenntnis ist nur möglich im erkennen des augenblicks.

sieht man es aber weniger philosophisch, stattdessen gewissermaßen egoistisch und alltagsprophan, dann würde achtsamkeit wohl vor allem bewirken, dass man etwas besser mit sich selbst umgeht, da man die bedürfnisse des augenblicks viel weniger leicht wegdrängt, um was auch immer für ansprüchen zu genügen, die man vorher zu wenig durchdacht oder durch-fühlt hat. achtsamkeit könnte bedeuten, prioritäten zu sehen. ganz bewusst nicht zu setzen – das geht ja über analytisches nachdenken – sondern wirklich zu sehen, indem man mal hinguckt, statt zu erwarten und/oder der erfüllung von erwartungen nachzujagen.
so stelle ich mir das jedenfalls vor. und in den sekunden, die mir etwas wie augenblicks-achtsamkeit gelingt, fühlt es sich so an, als könnte der bauch ausnahmsweise lauter sprechen als der kopf. dann wird das karussell langsamer und läuft runder. dann ists mehr wie tanzen. und darin – glaube ich – liegt potential. zur zufriedenheit in gewisser gelassenheit.
weil dann die ziele eigener werden. die wege vielleicht auch? unabhängiger vom außen. verwurzelter im innen. vielleicht geht dann der rechtfertigungszwang ein bisschen weg? auch der drang alles in frage zu stellen am selbst?

aber:

ist es wirkliche achtsamkeit, wenn sie ein ziel hat?

es gibt ja jede menge achtsamkeits-felder: abnehmen mit achtsamkeit, erfolg im job durch achtsamkeit, gesundheit durch achtsamkeit, achtsamkeit gegen stress, achtsamkeit gegen sucht, rückenschmerzen, krebs? ... ich glaube, das ist das schwierigste: achtsamkeit um ihrer selbst willen zu lernen, nicht um damit etwas bestimmtes zu erreichen, denn das würde ja doch genau dem widersprechen, was sie soll: den augenblick erkennen. jetzt. hier. ohne vorher und nachher.

und:

achtsamkeit zu lernen, dauert das nicht ein ganzes leben? geht das noch, wenn man die hälfte ja schon fast hinter sich hat? in einer lärmigen, hektischen, fordernden zeit, in der man so lange allen zu zeigen versucht hat, dass man immer alles schafft? gibt es da innere ruhe genug, achtsamkeit zu lernen?

warum nun aber sollte man das lernen? wenn es keine zweck haben soll? kein ziel?
einfach so? weil's spaß macht? … was würde da ein profi antworten?

„Wenn unser Geist die Ruhe findet, verschwindet er von selbst.“
sounds good to me.

p.s. the fact that at first i chose the word attentiveness for the german "achtsamkeit" might be seen as rather meaningful...

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