(folgendes ist mit vorsicht zu genießen - es handelt sich um eine - ziemlich wütende und folglich grobe - anatomische studie gewisser seelen, die nicht gefragt wurden, ob sie auseinander genommen werden wollen - was mich aus einem einzigen grunde nicht sonderlich kümmert (welche ironie...): sie lesen hier nicht mit.)
i couldn't care less...
i don't give a fuck...
whatever...
ich habe eine nicht unwesentlich lange zeit darüber nachgedacht - sehr, sehr intensiv nachgedacht... und nachgefühlt - was ich mit solchen aussagen anfangen soll.
1. es ist wahnsinnig verletztend, so etwas zu hören, selbst dann, wenn es nicht unmittelbar gegen einen selbst gerichtet ist. denn nimmt man solch eine aussage als allgemeingültig ernst, heißt das ja, dass die eigenen gefühle und die eigene wahrnehmung - sei sie freundvoll oder schmerzlich, wahr oder falsch - grundsätzlich als völlig bedeutungslos für den sprecher abgetan wird.
2. nur soziopathen "really don't give a fuck". alle anderen, die solche sätze sagen, meinen damit eben gerade nicht, dass ihnen allgemein alles egal ist. sie meinen bestimmte menschen und deren meinung, bestimmte situationen, bestimmte verhaltensweisen, für die sie kritisiert werden oder worden sind. sie wollen damit ausdrücken, dass sie sich freigeschwommen haben und bewusst etwas tun, von dem sie wissen, dass es andere - und vermutlich eben nicht unbedigt die für sie bedeutungslosesten menschen - missbilligen. aber sie wollen es trotzdem tun. also arbeiten sie daran, sich um die meinung genannter personen nicht mehr zu scheren.
meine meinung dazu ist:
1. wem's wirklich egal ist, was andere denken, der sagt es nicht.
2. so eine aussage zeugt von feigheit. ich finde es völlig in ordnung, dinge zu tun, die andere missbilligen. aber dann sollte man auch dazu stehen können, dass das so ist, dass es einem was ausmacht und dass man trotzdem so handelt, wie man will. sich hinter eine solche aussage zu verkriechen - und diese dann auch noch so zu formulieren, als sei sie ein credo... das ist schlicht ein zeichen von schwäche.
3. sollte der sprecher seine eigene aussage tatsächlich glauben, dann handelt es sich um einen ziemlich drastischen fall von selbstbetrug - auch bekannt unter "des kaisers neue kleider"-phänomen. "wenn ich nur ganz fest glaube, dass mir alles egal ist, was andere meinen, dann glauben es die andere auch. und dann kritisieren sie mich nicht mehr, weil es mir ja eh wurscht ist." aus einem affen mach drei...
4. sollte sich der sprecher tatsächlich allgemein nicht sonderlich darum scheren, was seine unmittelbare umgebung (ich meine damit nahestehende menschen wie freunde - die meinung aller anderen sollte man - selbst meiner ansicht nach - tatsächlich idealerweise in ihrer gewichtung für die eigenen entscheidungen mit vorsicht und abstand genießen...) denkt und fühlt, dann handelt es sich nicht um einen menschen, mit dem ich zu tun haben möchte. ich mag menschen nicht besonders, die nur um sich selbst kreisen, über leichen gehen, tatsächlich "without care" sind.
5. ich halte solche aussagen bei den meisten menschen für zeichen von verletztheit. zu oft kritisiert, zu schmerzlich in frage gestellt. ständig nach schema-f be- und verurteilt, greifen sie zu einer waffe, die im zweifelsfalle nur eines bewirkt: sie verletzt jene, die genau das nicht tun.
ich habe sehr lange gebraucht, den kreis derer, deren meinung mich merklich beeinflusst (und damit auch aus der bahn werfen kann) auch nur halbwegs übersichtlich zu gestalten. inzwischen gibt es tatsächlich nur noch eine begrenzte anzahl menschen, deren ansichten mich anhaltend interessieren. das heißt aber keineswegs, dass mir alle anderen egal wären. ich achte ihre gefühle und grenzen so gut ich kann. ich versuche, möglichst wenige leute zu verletzen. es ist mir nicht egal, wie es meiner etwas weiter entfernten umgebung geht. allein: es ist ein bisschen einfacher geworden, im konfliktfall eine entscheidung auch einmal zu meinen gunsten zu treffen, auf das risiko hin, andere in ihren gefühlen, ansichten, wünschen zu ignorieren. wirklich einfach ist das aber immer noch nicht. und das ist gut so.
i actually GIVE a fuck.
i DO care.
and i LIKE it.
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