manchmal ist es erstaunlich schwierig, mehr lehrer als mensch zu sein... und manchmal klappt es nicht. nicht genügend.
es mag nicht unmittelbar einleuchtend erscheinen - oder? - dass das wichtig ist. ist es aber.
zu viel mensch bedeutet nicht etwa, dass ich meine autorität einbüße - die ich offenbar in einem gewissen maße besitze. es bedeutet vielmehr, dass ich nicht mehr ganz die zuverlässige und unverbrüchliche mauer bin, die ich für meine schüler sein sollte. dabei bin ich es in solchen momenten menschlich um so mehr, aber es ist dann die "falsche mauer" - gewissermaßen... sie wirkt brüchig, efeuüberwachsen, unüberschaubar, löchrig. sie ist es nicht, sie steht vermutlich sogar fester als in den "normalen" momenten - aber sie wirkt so nicht. und in einer lehrer-schüler-beziehung ist es so wie in jeder anderen beziehung, in der sich der eine auf den anderen verlassen können muss: die mauer muss nicht nur stehen bleiben, sie muss vor allem so aussehen, als könnte sie allem und jedem widerstehen, als schütze sie vor jedem ansturm, jedem wetter, immer.
und manchmal fällt es mir schwer, den schein und das sein in deckung zu kriegen. manchmal sieht meine mauer eben nicht so unverbrüchlich aus, wie sie ist. aber sie ist es - für bestimmte menschen. für (fast alle) meine schüler: immer.
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