Donnerstag, 26. November 2009

break the rules!

... aber bitte nicht meine!

das, fürchte ist, ist mein - und vermutlich nicht nur mein - dilemma.

wie oft raten mir menschen, meist solche, die mir wirklich gutes wollen, ich solle doch endlich damit aufhören, immer alles im griff haben zu wollen: lass dich doch mal gehen! was bringt all die kontrolle? es ist echt ok, wenn man mal nicht über alles nachdenkt, am besten vorher! leb einfach! mach einfach!

sehr schön! sehr richtig!

nur:
wenn ich diese ratschläge befolge, dann scheitere ich vorzugsweise (nicht immer!) an eben jenen, die sie mir gegeben haben. (und am rest der welt meistens gleich mit - by the way...)

warum?
weil es einfach verdammt schwierig ist, damit umzugehen, wenn jemand sich plötzlich anders verhält...?
weil es schwierig ist, mit grenzüberschreitungen anderer umzugehen, selbst wenn man sie ok findet - theoretisch...?
weil niemand es mag, wenn er außer acht gelassen wird...?

ist das alles - all das mit dem grenzen überschreiten, regeln brechen, kontrolle loslassen - ist das alles nur schöne theorie?

let's break the rules!
let's talk about it!

and then:
let's start thinking about what kind of advice we can give others and still live with the consequences...

2 Kommentare:

  1. Hui, nicht so schnell schreiben, ich komm doch sonst gar nicht hinterher mit Kommentieren! (Ist natürlich nicht ernst gemeint.)
    Das Problem ist mir nur allzu vertraut. Als ich mich bei meiner Therapeutin in der Kur beschwert habe, dass es sich gar nicht so gut anfühlt, Leuten mit anderer Meinung zu widersprechen (mit dem Ziel, endlich mal für die eigene Meinung einzustehen), wenn die einem dann nur beleidigt sind, sagte sie, das sei eben der Preis dafür. Ich müsse nur abwägen, was mir wichtiger wäre: Dass mich alle lieb haben, oder meine eigene Authentizität. Und nach Jahren der Therapie muss ich sagen, eigentlich letzteres. Ist nur oft leichter gesagt als getan.
    Mein schlauer Therapeut hier sagt, wenn ich ähnliche Beschwerden vorbringe, dass ich schwarz-weiß-male. Ja, ich darf nicht nur auf den Kopf hören, sondern muss auch meinen Gefühlen folgen (= Kontrolle aufgeben/loslassen). Aber eben nicht nur. Wenn ich immer ausschließlich auf mein Bauchgefühl hören würde, würde ich nie wieder zum Zahnarzt gehen.
    Aber: "ein bisschen Kontrolle aufgeben" ist wie Diät machen. Da kann man ja auch nicht komplett aufhören zu essen. Und wenn man dann schon mal was isst, wird's halt doch wieder mehr, als man vorhatte... Fazit: Kontrolle aufgeben erfordert viel Selbstkontrolle. Und die Versuchung, die Reaktionen der anderen zur Waage zu machen, auf der wir unseren Erfolg messen können, ist mehr als groß. Statt dessen sollte sich mit zunehmender (Aus-)übung der Nichtkontrolle ein positiveres Selbstgefühl einstellen. Allein, das wurde uns so gründlich aberzogen und durch Selbstkontrolle ersetzt... Teufelskreis?
    Wenn ich darüber nachdenke, wünsche ich mir noch ein paar Wochen mehr gründliche Gehirnwäsche in der Klinik...
    *dichdrück*
    Tanja

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  2. vielen vielen dank für diesen wirklich nachdenklich machenden kommentar! - ein bisschen kontrolle aufgeben ist auf alle fälle einen versuch wert! die reaktion anderer völlig zu ignorieren - das wäre nicht ich. ein bisschen weniger leute, deren meinung was zählt, können es aber sein ;-)

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