Samstag, 29. August 2009

Thoughts on Prejudices II

Kanada ist anders.

Kanadier sind schon allein deshalb erkennbar keine Amerikaner, weil man, um einzureisen, so ein komisches Formular ausfüllen muss. Aber die Fragen, die einem der Customs Officer stellt, sind dieselben. (Der Einwanderungsbeamte sah allerdings besser aus als der an der amerikanischen Grenze, aber ich bin bereit, einzugestehen, dass dies möglicherweise Zufall war... - schon allein, weil das alles sehr voyeuristisch daher kommt... was nicht politisch korrekt und insofern natürlich völlig indiskutabel ist...jawohl.)

Darüber hinaus:

1. siehe Nachtrag zum themenverwandten Eintrag I.
2. Die Autos sind hier im Schnitt kleiner – im Schnitt deshalb, weil ich vorhin auf dem Heimweg, gerade als ich mir Gedanken zu diesem Eintrag machte – zwischen zwei überdimensionierte Geländewagen geraten bin. (Keine Angst, ich bin unbeschädigt davon gekommen.)
3. Der Anteil der Asiaten im Bevölkerungsquerschnitt ist – wenigstens im Vergleich Vancouver-Chicago – um sicher ein Drittel höher. Wenn man alle Touristen – seien es Chinesen, Japaner, Koreaner, Thailänder, etc.p.p. - dazu nimmt, dann wären wir bei einem geschätzten Anteil von 67 Prozent, mindestens... → Irgendwann in der Geschichte Kanadas gab es eine sehr rassistische Phase, die sich dezidiert auf asiatische Einwanderer bezog (Inder gehörten da auch dazu – und während des Zweiten Weltkrieges hat man auch mal so eben alle Japaner und japanisch-stämmigen Kanadier aussortiert und rausgeschmissen – was der Regierung dann bald so peinlich war, dass es eine öffentliche Entschuldigung gab und man alle wieder reingelassen hat. (...was man alles so lernt, wenn man die Seawall entlang spaziert...) Zusammenhang? Keine Ahnung...
4. Es gibt eine kanadische Variante von Starbucks : Blenz Coffee. Da gibt es den Macchiato nicht nur mit caramel, sondern wahlweise mit maple sirup.
5. Die Kriminalitätsrate ist niedriger – wird behauptet. Das kann ich weder bestätigen noch widerlegen. Ach ne... Aber es brennt offenbar weniger oft und es brauchen offensichtlich weniger Leute einen Notarzt; es rasen hier nämlich pro Tag und Nacht deutlich weniger Autos mit heulenden Sirenen hin und her.

Vor allem aber – und für mich ist das natürlich von herausragender Bedeutung! - haben sich die Spatzen hier als Krähen verkleidet, die Tauben als Möwen. Die Folge ist, dass die Vögel, die sich hier zu Füßen von Cafébesuchern und Picknickkorbbesitzern scharen und um die Brotkrumen streiten, deutlich größer sind, als bei uns. Und das wäre doch wieder ausgesprochen amerikanisch. Oder nicht?

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