aber ich... hatte es weder geschafft, basis-russisch zu lernen (ja, ein ehrgeiziger plan, angesichts des sonstigen alltags wohl auch ziemlich illusiorisch, aber man kann ja mal... äh... planen...) und auch sonst waren sämtliche inneren und äußeren vorbereitungen auf der strecke geblieben. also verlegte ich mich auf verweigerung "ne, trau ich mich nicht, drei weochen in russland rumreisen? oje!..." - also stand im raum: wohin im norden kann man denn noch? schweden? war der seefahrer schon. na, dann eben ISLAND? - "klar! warum nicht?! ponys gucken und gnome suchen!"
also ENDLICH! Island.
es GIBT große städte in Island. naja, also vor allein EINE große stadt... im westen, wo die ersten norweger ankamen, als sie im 9. jahrhundert neues siedlungsland suchten, erstmal stecken blieben, weil ihnen die schiffe einfroren, und man(n) zwei jahre lang nicht mehr weggkam... deshalb haben sie das land dann auch EIS-Land genannt... und sind trotzdem zurück gekommen... wie dem auch sei: es gibt Reykjavik.
Leif Eiricsson entdecke Amerika - vor Kolumbus...
aber vor allem ist Island voller landschaft. landschaftEN. denn alle paar kilometer scheint man in einem neuen land. das mag daran liegen, dass island lebt - der boden, meine ich. die ganze insel ist jung - kein 20 millionen jahre. und verändert sich - alle paar jahre schnell und deutlich sichtbar. denn die vulkane schlafen noch lange nicht.
um Island zu entdecken, schadet es nicht, sich ein passendes fahrzeug zu leisten, das auch einmal eine furt durchquren kann. das ist teuer - außer man hat einen verhandlungserfahrenen begleiter. ;-)
"unser" duster war meistens außerordentlich dusty.
nach dem spektakulären auftritt der isländischen fußball-nationalmannschaft ist island populär wie nie; und zur zeit ist's auch relativ bezahlbar, denn island hat sich von seinem wirtschaftscrash vor ca. 5 jahren noch nicht ganz erholt. gut für uns touristen.
was man braucht, ist eine winddichte jacke und ein wunschauge für offene landschaften (doch! es GIBT bäume in island! wie hätten die wikinger sonst nordische holzlanghäuser und schiffe bauen sollen, wie die wohnstatt heizen? man muss nur ein bisschen suchen... ;-) )
und findet sie da, wo auch die isländer sie fanden. hier am Thing trafen sie sich alle jahre wieder, um zu handeln, zu heiraten, sich zu streiten und sich zu einigen, regeln und gesetze zu diskutieren und zu beschließen - auf dass man den rest des jahres in frieden lebe. heute treffen sich hier touristen und graugänse.
man sollte die stille mögen. so denke ich's mir. bei uns beiden ist das gegeben - tatsächlich! ;-).
hier nun ein paar beweisbilder, denen es kaum gelingt, ganz island zu zeigen. also nur ein paar kleine ausschnitte. und man bedenke stets: ICH liebe wasserfälle!
der Langjökull - der Lange Gletscher.
wir habens - frei nach Astrid Lindgrens "Ronja Räubertochter" - Graugnomland genannt. lawa mit grünmoos drauf, das je nach wetter, feuchte und sonneneinstrahlung grau oder grün "leuchtet".
der dettifoss. eigentlich nicht nur ein wasserfall, sondern viele wasserfälle...
der Godafoss. hier haben die christianisierten isländer jede menge "heidnischer" götterstatuen versenkt. deshalb heißt das wasser jetzt "Götterwasserfall".
der Gulfoss. der Goldene Wasserfall. wahrscheinlich ist er der berühmteste wasserfall islands. er fließt "um die ecke" und gröhlt dabei. darüber schweben regenbögen.
und natürlich gibt es wale in den kalten wassern. wir haben sie im weitesten osten des landes gesucht und gefunden - beim whale watching. in dieser bucht halten sich im sommer hunderte buckelwale auf. sie schlagen sich hier sommers die bäuche mit krill voll, bevor sie weiterreisen. manchmal kommen auch orcas, und keiner weiß so genau, warum. eigentlich gibt es hier für raubwale wenig zu holen...
obwohl es natürlich auch robben gibt.
die insel hat magische kräfte: sie kann machen, dass die luft stinkt! - heißer dampf aus dem schwefelboden.
steht der sinn nach weite, wind und wetter? - komm nach Island!
und pferde - pferde - pferde! in riesigen herden im scheinbar ungezäunten land. alle stehen im wind. und manchmal blockieren sie auch die straßen. und wie die schafe haben sie immer vorfahrt! wenn sie das land einmal verlassen haben, dürfen sie nie mehr heim. so will es das pferdegesetz der isländer. nur so konnten sie die rasse rein halten - und damit die praktischen 5 gänge (schritt, trab, galopp, pass und TÖLT) und die nötige zähigkeit für dieses extreme land.
ach ja, und dann gibt es noch EIS in Island.
lakritzeis zum beispiel. zugebenermaßen - wir haben's nicht probiert. es gab einfach zu viel auswahl. der laden war übrigens wirklich gut besucht! bei ca 6-24 grad celsius - tagsüber...
und dann auch noch so:
der Jökulsarlon liegt am fuße des Vatnajökull, dem Wassergletscher. gerade fuhr man noch durch romantisch-grünes hügelland mit berglein, die aussehen wie brüste, jedes gekrönt von einem grasbüschelnippelchen. und dann: DAS!
oder das:
nochmal der Langjökull - im "ewigen-eis-outfit", befahrbar nur mit wilden fahrzeugen mit riesenrädern, ketten oder gleich mit pistenraupen. man kann von hier aus übrigens den sommer sehen.
und dann gibt es noch die Basaltküsten. die natur erspart dem menschen das zuhauen der steine. sie wachsen gleich im mehreck und schichten sich zu säulen auf. ganz allein!
ach, und habe ich es schon erwähnt? Island ist ein magisches land! seht hier (ohne tricks, ohne filter!):
"it's oh so quiet"... sang einst Björk. :-)...
es gäbe noch so viel zu zeigen, zu erzählen. aber dann waren 14 tage rum und wir reisten weiter. aus der stille in den lärm. aus dem pastellfarbenen eis-gletscher-hügel-land - denn ein bisschen Russland musste sein! - in die wilde, bunte, goldene stadt an der Newa. St. Petersburg!
hier in St. Petersburg - einer stadt mit einer langen, großen, wilden, immer wieder blutigen geschichte, die sich wie phönix aus der asche erhoben hat, eins ums andere mal - ist es laut. das ist mein erster eindruck. denn die stadt ist groß. und voller menschen. vor allem im sommer.
alles ist riesig hier: die menschenmengen, die gebäude, der fluss. alles ist ein drittel höher, breiter, bombastischer als im architektonisch sehr ähnlichen München. Barock, Neoklassik und Jugendtsil mischen sich hier. Am Newsky-Prospekt reiht sich eine kirche an die nächste. alle varianten des glaubens haben hier vertretungen - das war schon seit gründung der stadt der stolz St. Petersburgs, eines der tore zu welt - das ja auch einmal Leningrad hieß. als aber die sowjetunion ein ende fand, benannten die bürger ihre stadt zurück, und gaben ihr damit eine neu-alte bedeutung.
in den sakralgebäuden wurde alles verbaut, was wertvoll war. vor allem GOLD und silber! teilweise in hunderten von kilo. da stecken schon einmal 400kg gold in der kuppel und den wänden der Isaakskirche.
die "Erlöserkirche auf dem Blut" (siehe oben) ist innen und außen mit mosaiken verziert. ja, das sieht nicht nur so aus, das ist alles echt... wie im märchen.
und natürlich muss man - nach 2,5 stunden schlangestehen im regen - in die Erimitage im Winterpalast. denn auch hier stapelt sich die kunst. aus aller welt, an meterhohen wänden, im alten zarenpalast. wohn-und politprunk und kunstreichtum vermischen sich hier grandios und eindrucksvoll. man könnte tage hier verbringen - wenn doch bloß nicht alle anderen dieselbe idee gehabt hätten. ;-)
man könnte natürlich auch cinderella-kutsche fahren. oder ein boot besteigen, und das russische Venedig von den hunderten kanälen aus besichtigen.
- oder übersetzen über die Newa, die an der breitesten stelle 2 kilometer, and er schmalsten 300m misst. unzählige brücken überspannen sie. manche müssen nachts hochgeklappt werden, damit auch große schiffe die Newa befahren können: jeden abend ist das ein gefeiertes schauspiel!
man kann auch hervorragend essen. russisch in den souterrains - in kantinen - in denen man dann ein drei-gänge-mahl zusammenstellt und dafür 3,50 euro bezahlt. oder beim italiener oder japaner: auch hier ist das essen exzellent.
(hier fehlen noch bilder von "pferden"... sie werden folgen...)
es waren nur 5 tage, die ich hier verbracht habe. 5 tage hochkultur! 5 tage geschichte satt. 5 tage "erholung" von der stille. 5 tage lang zu warm angezogen. denn hier hatte es 25 grad, statt der sommerlichen 15 grad in Island.
und dann heim. da kam mir alles vergleichsweise klein vor. und LEISE!
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