Samstag, 8. Februar 2014

attempts at writing

"du solltest das aufschreiben!"
"warum schreibest du nicht? ausgerechnet du?"
"wer so erzählen kann, der sollte schreiben."
"das musst du veröffentlichen!"
"andere sollten das lesen dürfen. es ist doch schade drum, wenn's keiner zu gesicht bekommt."

all das, hinreißende komplimente. warum folge ich den ratschlägen, wünschen, aufforderungen dann nicht?
das ist eien gute frage. ich werde versuchen, schreiben darüber nachzudenken. wer weiß, vielleicht finde ich auf diesem wege eine antwort?

1. ich schreibe nicht. ich rede.
ich mag interaktion. miteinander. wechselseitigkeit. ich mag es, wenn mir leute dazwischenreden, sich einmischen, mir neue ideen geben. ich mag die reaktionen der anderen, die mich lenken, inspirieren, manchmal ärgern, immer motivieren, vorantreiben. ich rede nicht gern gegen wände. schreiben ist ein bisschen wie gegen die wand reden. man sitzt da. niemand hört zu, niemand reagiert, niemand antwortet. schreiben ist irgendwie einsam. schreiben ersetzt reden nicht.

2. reden macht andere reden.
wenn man jemandem etwas erzählt, sind die chancen sehr, sehr groß, dass der andere etwas "zurück" erzählt. und ich höre gerne geschichten. ich gehe gerne in den gedanken anderer spazieren. deshalb lese ich und deshalb höre ich auch gerne zu, wenn jemand geschichten erzählt. das ist nähe. und abenteuer.
schreiben sorgt höchst selten dafür,dass jemand zurückschreibt. früher, als man noch briefe schrieb, da war das ein bisschen anders. deshalb habe ich damals auch noch geschrieben - viel sogar. briefe. briefe waren wie papier-gespräche.

3. ich schreibe nicht gern ins leere.
wenn ich schreibe, dann möchte ich denjenigen, für den ich schreibe, im kopf haben. ich bewundere es sehr, wenn leute schreiben, einfach um zu schreiben. vielleicht auch, um dinge festzuhalten. tagebuch? als kind habe ich tagebuch geschrieben. in briefform. an einen imaginären freund. heute schreibe ich kein tagebuch mehr. nicht einmal auf reisen. ich brauche den gedanken an jemanden, der liest, was ich schreibe. also schreibe ich - wenn überhaupt - nur reiseeindrücke nieder - möglichst unterhaltsam. für freunde. (dieses blog hat so angefangen - siehe august/semptember 2009)

4. wer will das wissen?
wenn ich nicht weiß, für wen ich schreibe, dann kann ich mir fast nie wirklich vorstellen, wer das lesen will, was ich schreibe. wen interessiert das denn überhaupt? während ich dies sätze hinschriebe kommen sie mir merkwürdig vor, von jemandem, der sein halbes leben mit lesen verbracht hat. ich lese, was nicht schnell genug auf dem baum ist. all das wurde nicht allein für mich geschrieben. manchmal vielleicht sogar ganz im gegenteil. (das soll nicht heißen,dass mich fremde tagebücher interessieren, oder fremde email-accounts... ganz und gar nicht. das soll nur heißen, dass ich sehr gerne dinge lese, die aus welten stammen, die mit meiner wenig zu tun haben.) ich lese gerne über fremde welten, ideen, horizonte, erfahrungen. aber ich lese ungern bücher, die für "solche wie mich" geschrieben sind: frauenliteratur, bücher für intellektuelle, lehrer... solche "undinge" langweilen mich fast immer tödlich...
aber meine welt, meine gedanken? wer, der mich nicht persönlich kennt, sollte das alles wissen wollen?
...

5. ideen-würger.
wenn ich denke, ich schreibe für ein anonymes publikum, versiegt meine kreativität. in windeseile ist alles weg.  ich weiß weder, worüber ich schreiben wollte/sollte, noch wie. wenn ich keine vorstellung davon habe, für wen ich schreibe, dann flüchten die geschichten. woran das liegt, weiß ich (noch?) nicht... wie mane s umgehen kann, auch nicht. einen mangel an mitteilungsbedürfnis wird gerade mir wohl kaum jemand unterstellen wollen - nicht mal ich selber...

6. sind es selbstzweifel?
ich weiß, dass ich mich auszudrücken weiß. ich weiß, dass ich auf eine art und weise erzählen kann, dass gewisse publikumsgruppen "mehr" schreien, wenn ich aufhöre (und das liegt nicht allein daran,dass dann unterrichtszeit flöten geht^^ - ein bisschen vielleicht...). ich weiß, dass ich mir mitreißende geschichten ausdenken kann (sonst wären alle meine rollenspielgruppen längst geflüchtet - danach sieht es aber trotz geringer spielfrequenz nicht aus.) ich weiß, dass ich leute zum lachen bringen kann, mit meinen geschichten, wenn ich will. ich weiß auch, das mein erzählen andere zum reden bringt.
warum also kann ich mir so schwer vorstellen, dass jemand all das in geschriebener form haben will - lesen will? ist das ein übermaß an selbstzweifel? oder gar größenwahn? halte ich mich als lebendige person für so entscheidend, dass meine geschichten nicht ohne mich überleben können?

7. bin ich einfach nur zu faul?
möglich.

8. habe ich angst vor kritik?
möglich.

forsetzung folgt... vielleicht.
input (am besten antworten!^^) wäre(n) sehr erwünscht.

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