Mittwoch, 13. November 2013

snap

some kind of experience i do NOT want or need...

und wieder die hormone...
wenigstens teilweise.

an alle männer in diesem universum: ihr könnt gott, dem schicksal, dem zufall, wem auch immer danken, dass ihr mit dieser foltermethode nicht geschlagen seid: monatlich. eure hormone spielen nicht alle paar wochen verrückt und ihr habt eine gute chance, davon etwas zu bemerken - mal mehr, mal weniger dramatisch. es gibt - heißt es - frauen, die von ihren hrmone weitgehend in ruhe gelassen werden. ob sie einfach glück gehabt haben, einfach unempfindlicher sind, oder aber medikamentös abhilfe schaffen - ich weiß es nicht. in jedem falle: alle 8 wochen beneide ich sie. (dazu sei der andere artikel zum them hormone in diesem blog empfohlen - ich finde das weibliche hormon-achterbahn-prinzip nämlich nicht grundsätzlich des teufels...)

jedenfalls: alle acht wochen scheint mein system sich gegen mich und gegen - oder mit? - dem universum zu verschwören. dann schalten sie meinen verstand aus, mein gefühlsleben steht auf dem kopf, meine haut wird so dünn, dass ich ihre existenz zu bezweifeln beginne, meine geschmacksnerven spinnen, meine augen sehen alle farben anders, an schlaf ist kaum zu denken, und wenn, dann alptraumdurchseucht. nichts, was sonst gut funktioniert, funktioniert noch. grippaler infekt der seele. ausgelöst von so ein paar lächerlichen folter-hormonen.

und das ginge ja alles noch. ich wäre glatt bereit, diese sinnverwirrte phase alle 8 wochen mitzumachen und als besondere erfahrung, als eine art horizonterweiterung, zu verbuchen. aber wehe, wenn in meinem leben irgendwelche belastungen lauern...

und wann lauern die nicht? das leben wäre ja in den 8 wochen zwischen den untergängen der seelen-titanic totlangweilig, böte es keine herausforderungen. das problem ist nur: wenn dann die hormone zuschlagen, dann gehen herausforderungen halt nicht mehr. will heißen: sie werden zu bodenlosen abgründen ohne brücke, zu himmelhohen gebirgszügen ohne pass und zu reißenden flüssen ohne furt.

körper spinnt, gehirn spinnt, seele spinnt. wie soll man da noch irgendwas bewältigen?

diesen monat aber ist was neues passiert. (oder hatte ich es in all den jahren davor einfach nicht bemerkt?)
diesen monat hat mein verstand mir eine neue erfahrung beschert: ich hatte - und das ist wirklich keine übertreibung - das gefühl, jede sekunde könne sich in meinem kopf so ein schalter umlegen (und der hat die ganze zeit ziemlich gewackelt und geruckelt) und dann geh er verloren, der verstand. mental sanity? byebye...

das gehört zu den scheußlichsten gefühlen, die ich je hatte: an einem abgrund stehen und tatsächlich nicht wissen, wann einen das eigene ich runterschupst. und man weiß wirklich nicht, ob man fliegen kann... eher nicht? eher nicht.  

drei tage lang. das gefühl, jede sekunde den verstand verlieren zu können.

ich weiß, das klingt übertrieben. unglaubwürdig. nicht nachvollziehbar. sollte ich sagen: zum glück? ich denke schon. hätte ich nicht im kalender nachlesen können, dass es der hormonelle achtwochenwahnsinn ist, der mich beutelt, ich hätte mich selbst in eine klinik eingewiesen. kein witz. solche angst kann so etwas machen. so habe ich drei tage zuhause gesessen und habe mich nur vor die tür gewagt, wenn die anzutreffenden menschen und situationen völlig kalkulierbar waren. alles andere kam mir zu gefährlich vor. ob es das war, weiß ich nicht. es fühlte sich halt so an.

jetzt in diesen stunden normalisiert sich der hormonelle haushalt wieder. lässt mich denken und nachdenken. planen:
 - zunächst fürs nächste mal: arztbesuch. medikamentöse abhilfe schaffen. denn obwohl ich wirklich offen bin für verrückte erfahrungen, das geht nicht noch einmal. gut. (höchste priorität)
 - dann für die nächsten wochen: ich sortiere bücher aus, plane den umzug. (mussmussmuss)
- dann für die kommenden jahre. (weil ich eben gerne plane. man kann pläne ja umwerfen, wieder ändern, anpassen... sie gaukeln einem aber so schön für eine gewisse zeit eine linie vor, an der man sich entlang hangeln kann, wenn die zeiten stürmisch und unübersichtlich sind...)

aber zuallererst muss überlegt werden, wie ich es schaffe, in den normalen alltag zurückzukehren, nachdem ich drei tage klang alle meine kraft verbraucht habe, die sicherung am endgültigen durchbrennen zu hindern.

man soll ja niemals "nie" sagen. in diesem fall mache ich eine ausnahme: sowas will ich NIE wieder durchmachen. NIE!

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