"only you can make you wait. nobody else can."
warum reagiere ich nicht wütend darauf, wenn jemand mich warten lässt?
ich sitze da - außerhalb des hauses stets ein buch zur hand, um wartezeiten aller art zu überbrücken. im haus - aufräumend, dinge ordnend, zeit totschlagend. zweifelnd.
ich halte es für möglich, dass leute mich einfach vergessen. ohne bösen willen. ich falle - in meinem kopf - einfach "hinten runter". und darüber werde ich nicht wütend? wirklich? wie kann das sein. halte ich mich selbst wirklich für so unwichtig?
wichtig ist anders.
wenn ich mich in einem definierten kontext finde - in der schule zum beispiel - dann werde ich wütend, wenn man mich ignoriert. ich wehre mich dagegen. alles geht einen klaren und richtigen gang. niemand reagiert darauf irritiert.
aber im "wirklichen leben"? da sehe ich mein recht nicht, wichtig genommen zu werden. ich gebe mir das recht nicht, das von anderen zu fordern. ich wünsche es mir. aber wünsche kann man nicht einfordern. also werde ich nicht wütend, nur traurig. das irritiert die leute. sie rechnen damit, dass ich mich ärgere, wenn sie mich vergessen. und langsam verstehe ich, warum... glaube ich: weil jeder "normale" mensch sich das recht gibt zu fordern, wichtig genug genommen zu werden, ihn nicht warten zu lassen. es gesellschaftlich anerkannt, sich über zuspätkommen zu ärgern. meine geduld ist nicht gesellschaftkonform.
aber irgendwo in meinem hinterkopf sagt eine stimme: nur du selbst kann dich warten lassen. niemand sonst kann dich dazu zwingen. du kannst immer gehen. und wenn du also nicht gehen willst, kannst du niemandem daraus einen vorwurf machen.
trotzdem: wenn mir jemand sagt: "du bist wichtig". dann tut es zu sehr weh, so offenkundig nicht wichtig genommen zu werden.
ich habe zu lange darauf gewartet, wirklich wichtig genommen zu werden. ich will nicht mehr warten.
aber ich kann nicht anders. noch warte ich. noch kann ich nicht gehen. aber irgendwann, irgendwann werden meine flügel wieder heile sein. und dann fliege ich davon.

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