Sonntag, 14. Juli 2013

reconstruction work

bedeutet im allgemeinen anstrengung, eingeklemmte daumen und zehen, eimer, die einem auf den fuß fallen, farbe im auge (kontaktlinsen verklebend), die gefahr von der leiter zu fallen und sich dabei den arm oder gar hals zu brechen... alles ziemlich schüttelig, klapprig, autsch.

verwendet man den begriff als metapher für seelische heilungprozesse, funktioniert es ähnlich. sie sind schweißtreibend und schmerzhaft. oft.

aber sie führen an die quelle zurück, die quelle, nach der ich in den letzten jahren - immer wieder auch verzweifelt - gesucht habe. die quelle meiner kraft. zum glück hatte ich wenigstens nicht vergessen, dass ich sie habe, aber den weg zu ihr hatte ich aus den augen verloren, bin im dunklen getappt, zeitweise im sehr dunklen, habe wüsten durchquert und das heil in einer art emotionaler askese gesucht, habe meinen kontrollwahn gepflegt und ausgebaut. und genützt hat es nur insofern, als dass ich funktioniert habe, ziemlich gut teilweise, aber eben nur funktioniert, nicht so wirklich gelebt. jedenfalls hat es sich - für mich - so angefühlt.

und jetzt: durchgeschüttelt, verunsichert, immer wieder ohne balance, zu laut und zu leise, immer wieder im falschen moment, verwirrter denn je. aber: ziemlich glücklich. ziemlich nah an der quelle. mir selbst näher denn... je?... seit sehr langem?

praktische folge: ich habe gestern einen (selbstverschuldeten) arbeitsmarathon überstanden, den auch nur ansatzweise zu verkraften ich am morgen noch nicht einmal einen hauch von hoffnung hatte. als ich am abend einer freundin beschrieben habe, was hinter mir liegt, sagte sie nur: "du hast also so viel erledigt, wie andere in einem halbem jahr?" - nicht ganz, aber es hat sich gut angefühlt - wieder, wie früher, im notfalls so arbeiten zu können, so jenseits einer realistischen kraftgrenze. high. :-)

aber ohne guten zuspruch von wirklichen freunden und ohne deren hilfe auf dem weg zu dieser quelle könnte ich das nicht. dafür verspreche ich, den weg weiter zu gehen. und euch von meiner wiedergefundenen kraft zu geben, wenn ihr sie braucht. danke, märchenmädchen, löwe und sonnenblume!

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