Montag, 18. Juni 2012

contemplating...

... abhängigkeit(en).

wer ist schon gerne abhängig? vermutlich niemand.
denn das bedeutet ja, dass man unfrei ist - in seinen entscheidungen und in seinem handeln.

was für arten von abhängigkeiten gibt es?
innere und äußere, denke ich. man kann emotional abhängig sein, aber auch schlicht und einfach "physisch" gewissermaßen - davon, dass man in bestimmten dingen unterstützt wird, damit man eine gewisse freiheit behält.

teil 1 der nachdenklichkeiten:

in meinem hier überlegten falle ist das die abhängigkeit davon, dass sich leute - im gegenseitigen austausch - mit um mein pferd kümmern - primär bezieht es sich darauf, dass wir im stall verabredungen haben, wer die fünf pferde wann auf die weide stellt und wann wieder reinholt. da werden absprachen getroffen und an die hält man sich. natürlich sollte ein fairer ausgleich herrschen - keiner sollte viel mehr als die anderen machen müssen. das alles scheint gut zu klappen. äußerlich ist keine unstimmigkeit zu erkennen. die pferde werden nicht vergessen, weder in den boxen noch auf der weide.

aber - ihr ahnt es bereit^^ - es gibt ein aber:
ich werd ein letzter zeit in absprachen nicht wirklich einbezogen. es wird - denke ich mal - davon ausgegangen, dass ich schon irgendwie mitmache, oder eben nicht.

das könnte sehr bequem sein, ich könnte mich auf das minimum reduzieren, das vor monaten - als lisi noch in bamberg war - abgesprochen war zwischen susanne und mir (damals ging das nämlich noch gut.) und ich hätte sehr sehr wenig zu tun. die krux ist: ich weiß, wie die beiden über leute reden, die weniger machen als sie selbst. scheußlich! und das will ich nun nicht - emotional abhängigkeit? - und vor allem, da ich ja helfen will!

meine daraus resultierende verhaltensweise: ich tue so viel ich irgendwie kann - ohne groß zu fragen. mische mich ein, ohne gefragt zu werden. bin schrecklich hilfsbereit und tue alles, was ich kann, um ja nicht den eindruck der faulheit und nachlässigkeit zu erzegn. und komme mir dabei ausgeschlossen, ausgenutzt und paranoid vor.

dazu kommt, und hier vermischen sich schon wieder die abhängigkeiten:
ich möchte eigentlich schon mal die seltsamen konflikte ansprechen, die da herumschwelen. die tatsache, dass ich es nicht so schön finde, wie ich behandelt werde. dass ich mich schlecht und ausgeschlossen fühle. aber ich traue mich nicht. denn die sozialen strukturen im stall sind halt so, dass wir voneinander abhängig sind - und ich bin ja noch immer - vergleichsweise - die neue. also brauche ich den guten willen der anderen irgendwie mehr. oder es kommt mir wenigstens so vor, denn susanne und lisis machen das ja schon seit jahren allein ab, wenn grad niemand da ist, der hilft. (und schimpfen dann gemeinsam über die, die sie als zu faul einstufen... ich kenne das also auch schon als "zuschauer"...).

ich finde die situation absolut unerträglich.
denn ich bin sehr ungern auf diese verworrenen art abhängig und in meinen handlungen blockiert.
ich würde mich wehren - wirklich - längst. aber ich traue mich nicht...
und bin mir selbst ganz fremd dabei.

 teil 2 der nachdenklichkeiten:

beziehungen bedeuten zweierlei: zugehörigkiten und abhängigkeit.
ich habe mich mal mit meiner therapeutin (die ich so ca. 2 mal im jahr heimsuche... immer dann, wenn die türen vor meiner nase zugehen und ich die offenen nicht mehr sehe, dann ist sie nämlich sehr hilfreich.) über den preis von beziehungen unterhalten - denn bekanntermaßen finde ich meinen "bezugslosen" zustand - und damit meine ich nicht unbedingt und ausschließlich den "mannlosen", sondern in allererster und eigentlicher linie den ohne echte zugehörigkeit - nicht so schön. sie sagte dann, ich solle bedenken, dass dazugehören immer auch anpassen bedeutet, und dann: wieviel freiheit gibst du auf, wenn du dich anpasst?

ich fand und finde das einen bedenkenswerten einwand. gerade weil ich wirklich schlecht auf freiheitsentzug=enge reagiere - räumlich und seelisch. 

das gespräch ist ein halbes jahr her und ich habe sehr viel darüber nachgedacht.
ich bin zu dem schuss gekommen: es ist eine frage des maßes. ich kann und möchte mich sehr wohl anpassen - bis zu einem gewissen grade, der den, den ich in den letzen beziehungen (männer und neue freunde) praktiziert habe, deutlich unterschreitet. (des guten zuviel ist nämlich leider - ganz sprichwörtler - gar nicht gut, wie ich feststeken musste und muss...).

jedenfalls denke ich, die frage muss für mich umgekehrt gestellt werden:
auf wie viel zugehörigkeit kannst du verzichten, um genügend freiheit zu behalten?

so. und jetzt werd ich mal im nicht-virtuellen raum ein paar entscheidungen treffen gehen. ;-)

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