Montag, 18. Juli 2011

thin-skinned

dünnhäutigkeit ist so eine sache.

sie hat vorteile:
- man hat gute antennen für stimmungen und atmosphäre
- man gekommt mit, wenn es jemandem schlecht geht und kann eventuell was tun
- man hat ne feine ader für zwischentöne - real und fiktional -> das bringt tiefe und farbe
- man weiß dinge über menschen, das macht manchmal den umgang einfacher, weil man in weniger fettnäpfchen tritt - hoffentlich

sie hat nachteile:
- alles kommt ganz nah
- die dinge sehen anders aus, dunkler
- man hat weniger funktionsfähige abwehr
- gefühle sind näher an der oberfläche, gute und schlechte

haut schützt.
meine verbrennt.
in der sonne.
in gefühlen.
zur zeit.

ob ich eine dickere haut will - wie es mir viele meiner freunde wünschen? (was ich gut verstehen kann.)

nein, will ich nicht.

es würde mir das leben leichter machen.
sehr viel leichter, vermute ich.

aber auch pastellig.
und ich mag kein pastell...

2 Kommentare:

  1. Die alte Frage - wer ist glücklicher, der Dümmere, der weniger nachdenkt, oder der, der sein Hirn mehr benutzt/strapaziert, und sich damit, gewollt oder nicht, mehr quält. Die, die sich für klüger halten (und da schließe ich mich mit ein), sagen einstimmig, dass sie trotz aller Qual nicht darauf verzichten wollen, nachdenken zu können. Ein leiser Zweifel blieb mir lange an dieser (meiner eigenen) Aussage. Bis ich mich ob meiner Depression fragen musste, ob ich Antidepressiva nehmen wollte oder nicht. Und mir völlig ohne Zweifel klar war, dass ich alles, wirklich alles geschluckt und in Kauf genommen hätte - um wieder so intensiv zu fühlen wie früher. Wieder sensibel und dünnhäutig zu sein. Weil dann eben auch die positiven Gefühle besser durchkommen. Und das ist das Negative allemal wert. Meistens. Hoffe ich.

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  2. ich bin ziemlich sicher, dass diejenigen, die weniger nachdenken, im normalen leben, glücklicher sind und wollte trotzdem nicht auf meine nachdenk-fähigkeit und -neigung verzichten. es würde nicht zu mir passen.
    und aus ähnlichen gründen möchte ich eben - auch, wie du - meine dünnheutigkeit nicht hergeben. nur ist das leben auf der achterbahn manchmal so entsetzlich anstrengend. manchmal - nur manchmal - möchte ich dann, dass alles etwas weniger bunt und hektisch und klar und grell ist, ein bisschen sanfter, wattiger...

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