Donnerstag, 10. März 2011

gender roles: the 80s...

produzierten bekanntlich nicht nur scheußliche frisuren, pastellfarben und schulterploster.
sondern auch recht gute musik, die auch heutzutage auf allen parties der nachfolgenden generationen rauf- und runter gespielt wird.

und außerdem ein bestimmtes männer-frauen-bild.

ich erinnere mich, dass mit dem metropolitan style eine gewisse androgynität "in" war. frauen durften ein bisschen wie männer aussehen (schulterpolster...), männer wie frauen (pastellfarbene hemden...).
man hatte die auswahl aus allen katgeorien, man konnte mischen.

klar fanden wir diese seltsame mischung nur teilweise sexy - nicht jeder/jede stand auf david bowie. aber darum geht es mir auch nicht wirklich. es geht mir darum, dass wir frauen, die wir in den 80ern nach unserer - auch geschlechtlichen - identität suchten, meiner erinnerung nach aus dem vollen schöpfen konnten, ohne dass sich darüber allzu viele leute - auch männer nicht sonderlich, oder wenigstens nicht offiziell - aufgeregt hätten. wir wurden dazu erzogen, unsere eigene karriere im auge zu haben, uns auf eigene füße zu stellen; zu heiraten hatten die meisten meiner freundinnen nur höchst theoretisch vor (offiziell waren wir total dagegen! schokoladentortenplanung hin oder her...). sexy styling? nicht unser thema. wir hatten hirn und phantasie, das war wichtiger. man trug wahlweise keine schuhe und bunte schals (aussage: "wir sind mit wichtigerem beschäftigt, als für wen anders hübsch auszusehen.") oder schwarze rollis zu jeans (aussage:" wir sind mit nachdenken beschäftigt!"). wir hatten nichts gegen männer (ok, damals noch jungs), ganz im gegenteil. männerhass war längst passé. wir hatten ja die wahl.

tja. und was ist aus uns geworden?

die meisten leben mehr oder weniger das rollenbild unserer - ja auch schon emanzipierten - mütter nach. ehe, kinder, haushalt, teilzeitjob. anders geht es scheinbar irgendwie nicht. aber warum ist das so?

...

ach ja, und was ist mit denen, die aus ihrer veralteten 80er-"ich will beides sein"-haut nicht rauskönnen?

die ärgern sich über die gern zitierten "frauen können dies nicht - männer können jenes besser"-statistiken, stellen fest, dass sie wohl - statistisch gesehen - weder mann noch frau sind: und sie sind die besten kumpels auf der welt: mit einem fuß in der frauenwelt, mit dem anderen in der der männer. beides kennen heißt beides verstehen. wie praktisch...

bloß: für eine frau zu männlich, für einen mann zu weiblich? das mag die gesellschaft heutzutage nicht mehr. sie ist aus den 80ern rausgewachsen - oder eher: in die 60er zurück gefallen - in ihrer vorstellung von geschlechterrollen.

und wieder finde ich mich zwischen allen stühlen.
the role of my life - as it seems...

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