eine ziemlich alte frage...
ich beantworte sie heute mal aus meiner subjektiven sicht und von der gegenseite her: was ist unmoralisch?
ich finde es unmoralisch, jemanden dazu zu bringen, die versicherung anzulügen, um einer argen finanziellen belastung zu entgehen, und dann das geld einstecken zu wollen, ohne den entstandenen schaden überhaupt zu reparieren. wenn man den schaden so günstig reparieren kann, dass man daraus einen gewinn zieht, dann hätten man das nämlich auch unter sich regeln können. versicherung exklusive. wenn man den schaden gar nicht reparieren will, hätten man ebenso eine übereinkunft finden können. so aber? finde ich es unmoralisch. schon deshalb, weil ich das belügen der versicherung schon relativ fragwürdig finde, obwohl ich vermute, dass dadurch keine einzelperson geschädigt wird... (aber darüber kann man diskutieren...)
an all dem sieht man: eine lüge folgt der anderen - und es liegt letztlich doch an der grundeinstellung.
bagatellschäden sind ohnehin so eine sache: mir ist natürlich klar, dass es völlig usus ist, jemanden, der einem eine minibeule ins auto macht, auszunehmen. das probelm FÜR MICH ist, dass ich sowas erstens nicht ok finde und folglich auch nicht mache, und zweitens, dass es dazu führt, dass man es sich in zukunft dreimal überlegt, ob man bei einem bagatellschaden nicht lieber einfach fahrerflucht begeht. immerhin: wirklich zu schaden ist ja keiner gekommen... was wäre also dabei?
ich finde lügen, die nur einem selbst nützen, generell nicht ok. (das heißt nicht, dass ich solche nie einsetze, aber sicher nicht auf kosten anderer individuen.) punktum.
gegengeschichte: mir hat jemand eine ziemlich heftige beule ins auto gemacht - fahrrad gegen auto. der jenige hätte leicht einfach weggehen können, ich wäre auf dem schaden sitzen geblieben. er hat sich aber richtig mühe gegen, mich ausfindig zu machen, was ich ausgesprochen ungewöhnlich und sehr nett fand. ich habe mich dann im vorfeld der reparatur sehr genau erkundigt, ob die familie eine haftpflicht hat und ob das alles zu stemmen ist, habe angeboten, anderenfalls die kosten zu teilen oder so etwas, denn ich finde, es gehört sich, dass man ehrlichkeit nicht bestraft, sondern nach kräften anerkennt!
ja. ich bin frustiert. und das ist eventuell schlicht der grund, warum ich mir über derart alt(modisch)e fragen gedanken mache.
meistens finde ich die frage nach der moralität einer handlung sehr schwer zu beantworten - in diesem falle finde ich es sehr einfach.
was man daraus machen soll, welche konsequenzen zu ziehen sind? diese frage wiederum ist bislang ungeklärt. und bleibt es wohl auch...
schade - eine schlechter erfahrung mehr in der sammlung...
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