im grunde ist dieser eintrag ein widerspruch in sich...
denn er soll sich (wieder einmal) darum drehen, ob ich ich zu sehr um meinen job drehe, identifizierenderweise...
ich behaupte ja gerne von mir, dass ich als lehrer arbeite, aber ansonsten keiner bin.
das hängt sicher damit zusammen, dass ich weder das image von lehrern besonders mag, noch viele meiner kollegen, die ich selber als sehr "lehrerhaft" empfinde - sei es in der einstellung zum leben, sei es in ihrer attitüde gegenüber allem und jedem... etwas eng, etwas selbstverliebt, etwas überkritisch, etwas besserwisserisch, dazu etwas unsicher, etwas defensiv-aggressiv, etwas frustrierter idealist, etwas... diktator im ego-loch... die folge ist: ich versuche, mich in der zeit außerhalb der schule möglichst unlehrerig zu geben. das artet beinahe schon aus... manchmal... wenn ich mich im restaurant nicht traue, nach der käsesorte in den käsespätzle zu fragen, weil mir mal jemand gesagt hat, lehrer würden immer was an der bestellung rumändern.., zum beispiel... oder wenn ich keine großbuchstaben benutze, damit man sieht, dass ich nicht sklavisch an regeln festhalte... ich versuche, niemals belehrend rüberzukommen in gesprächen mit anderen, schon gar nicht mit freunden.
ein anderer und vielleicht bedeutsamerer grund aber ist, dass ich glaube, dass es buchstäblich lebensgefährlich sein kann, wenn man sich in seinem job verliert, wenn man allzu viel seiner identität vom job abhängig macht, wenn man nicht "arbeitet als", sondern "ist"... dann nämlich hängt das selbstgefühl, inklusive selbstwert, schnell einmal allzu sehr daovn ab, ob und auf welche weise und von wem man im job bestätigt wird. das möchte ich für mich nicht, so gerne ich auch in meinem beruf arbeite.
bisher war ich recht erfolgreich darin, mich als unabhängig von verschiendensten arten der bestätigung innerhalb des job zu sehen. es ist mir tatsächlich egal, was in meinen beurteilungen steht und was meine chefs sagen - aber das ist (zugegebenerweise) für mich auch ziemlich leicht zu behaupten, nachdem ich da primär über den grünen klee gelobt werde, in einer weise, die ich schon fast absurd finde, die aber mein ego natürlich tätschelt... *moment des zweifels an meiner selbsteinschätzung* ... die bestätigung durch kollegen ist mir tatsächlich egal, da bin ich sicher. die durch schüler war es nie. was meine schüler sagen, war schon immer relevant, im guten wie im schlechten.das geht mir nach, das puscht mich, das zählt. ohne frage.
aber: ist es das? "bin" ich wirklich nicht, sondern "arbeite nur als"...?
ich rede sehr, sehr viel über meinen beruf. und das, obwohl er mir regelemäßig irgendwie "peinlich" ist.----
ich glaube, es ist kaum möglich, in diesem beruf wirklich glücklich zu sein, wenn man ihn nicht doch auch als berufUNG betrachtet.
ich liebe meinen beruf. ich mag das system nicht, in dem ich arbeite, aber ich mag, was ich tue. ich mag meine klientel, ich mag es, dass schüler mir vertrauen, ich gehe da gerne hin (...fast immer). ich glaube auch, ich bin ein verantwortungsbewusster lehrer, der hoffentlich mehr positive spuren in schülererinnerungen hinterlässt als er schaden anrichtet.
wie soll ich mich da NICHT identifizieren?
soweit, so...gut?
warum rede ich so viel über meinen beruf?
lasse ich ihn wirklich an der schultüre zurück?
verbringe ich nicht doch zu viel zeit - am schreibtisch und im kopf - mit und für die schule?
halte ich wirklich genug distanz, um sicherzustellen, dass ich mich nicht heimlich doch in "so einen" lehrer verwandle?
bin ich nicht doch - innen drin - rechthaberisch?
halte ich nicht doch zu viel von mir - als lehrer und pädagoge und schüler-versteher?
BIN ich nicht doch. was ich TUE?
und warum habe ich damit ein problem?
vorsätze... ersatz... alles anders? mit welchen folgen? für mich? für meine art zu arbeiten? für meine art zu fühlen - im job. und außerhalb? zu denken. über mich?
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AntwortenLöschenneuer versuch:
AntwortenLöschendenn manchmal kann ich trotzdem lachen über das ganze. :-)
www.youtube.com/watch?v=gL7VLLXRbIA