warum nur, fragte ich mich von zeit zu zeit, ist es so, dass das leben zufriedenstellend sein kann, ohne einen aber je zur ruhe kommen zu lassen.
alles - oder wenigstens das meiste - von dem, was ich tue, gefällt mir. damit stehe ich vermutlich vergleichsweise gut da. unerfreulichen stress kenne ich inzwischen nur noch als phase, viel arbeit macht mir entweder spaß oder geht mir wenigstens nicht sonderlich auf den geist. ich bin von genügend freundlichen, interessanten, anregenden, horizont erweiterenden menschen umgeben, um mich nicht zu langweilen. ich habe hobbies, die mir nicht nur die zeit vertreiben, sondern sie mit etwas sinn anfüllen. ich werde, so scheint es, von ein paar menschen ein bisschen gebraucht, was meinem helfersyndrom die seele streichelt. wenn ich in not bin, stehen freunde und familie bereit, die mir helfen möchten.
und was ist die summe all dieser einzelheiten?
ein mensch, dem es an nichts fehlt.
ein glücklicher mensch? ein mensch, der bleiben möchte?
ich denke, man kann mich als undankbar bezeichnen.
oder als zigeuner. ich weiß nicht, ob ich jemals in meinem leben einen punkt zu erreichen imstande bin, einen ort, an dem ich bleiben möchte. ob es mir je gelingt, zu einer wie auch immer gearteten ruhe zu kommen.
jemand hat mir gesagt, nur wenn man im fluss bleibt, lebt man wirklich.
vielleicht bin ich einfach einer von den ewigen flusspiraten?
und zahle den preis dafür?
eine unstete seele zu haben. die dem listigen nordwind lauscht...
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