Samstag, 28. August 2010

serenity - no?

(nein, es geht mir nicht um das raumschiff...)

gelassenheit - jene, die innere ausgeglichenheit bedeutet.

immer dann, wenn meine seele im ungleichgewicht ist, wenn ich mich von einem tag auf den anderen, manchmal von einer stunde auf die anderen, fühle wie auf einer fähre bei seegang - und keine ahnung habe, woher die wellen kommen, die mir den boden unter den füßen weg-schaukeln wollen, dann fange ich an, darüber nachzudenken, ob es nicht doch erstrebenswert sein könnte, solch eine gelassenheit in jeder lebenslage zu erreichen, sich durch nichts und von niemandem erschüttern zu lassen. alles wäre dann so viel einfacher. "Every day it’s just harder to live / That dream you’re believin’ in" - kein thema mehr, denn träume hätte man dann nicht mehr, keine illusionen, keine ideale, keine unruhe, keinen schmerz, keine verwirrung, keine sorgen, alles wäre unbeschreiblich klar und einfach. so stelle ich mir das jedenfalls vor.

und dann kommen sofort viele zweifel:
ein leben ohne träume? ohne verwirrung? ohne aufruhr des herzens?

will ich das wirklich?

nehme ich da nicht lieber das ärgern und sorgen in kauf?
die innere unruhe, die menschen in mir hervorrufen, die ich ohne zu zögern unter "idioten" einordnen würde, die es aber trotzdem schaffen, mich in den wahnsinn zu treiben, weil sie mich zwingen, mich mit ihnen anzugeben?
der zorn, der in mir aufsteigt, wenn ich mir die welt wieder einmal allzu genau ansehe?
die verwirrung, wenn ich mich in meinen eigenen gedanken so verheddert habe, das ich den ausgang aus dem labyrinth nicht mehr finde?

ja, genau so ist es.
lieber manchmal verwirrt, wütend oder traurig, als für den rest des lebens seelenruhig gelangweilt.

2 Kommentare:

  1. Da kann ich nur Leoni Swann zitieren: Nichts wollen ist das Gleiche wie tot sein.
    Und gleich darauf meinen schlauen Therapeuten: Es muss einen Mittelweg geben. Also etwas mehr Gelassenheit, um die Idioten zu ertragen, aber nicht genug, dass einen gar nichts mehr aufregt. Oder freut.
    Da fängt der schwierige Balanceakt an. Andererseits kann ich mir außer harten Drogen eh keinen Weg zu derartiger Gelassenheit, dass man total über allem steht, vorstellen...

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  2. was wieder um zum tot sein zurückführen würde... ;-) - keine drogen also... und lieber auch kein über-allem-stehen... dafür menschen, die einen vorübergehend stützen oder einem einen schubs in die andere richtung geben, wenn man beim balanceüben ins schwanken gerät.

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